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Türkei könnte Gipfel zu Ukraine-Getreideausfuhr ausrichten

Die Türkei hat sich bereit erklärt, einen Vierer-Gipfel zum Getreide-Export aus der Ukraine zu organisieren. "Wenn Russland eine positive Antwort gibt, wird es einen Vier-Parteien-Gipfel in Istanbul geben", sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Mittwoch. An den Verhandlungen beteiligt werden sollen demnach außerdem die Ukraine und die Vereinten Nationen.

Cavusoglu verwies auf einen Plan der UNO, der die Schaffung sicherer Korridore im Schwarzen Meer vorsehe, um Getreideexporte aus der Ukraine zu ermöglichen. Eine Entminung im Schwarzen Meer wäre für die Einrichtung solcher Korridore laut Cavusoglu nicht nötig.

UNO-Sprecher Stephane Dujarric erklärte, die Vereinten Nationen arbeiteten bei dem Thema eng mit den türkischen Behörden zusammen. "Ich denke, die Rolle des türkischen Militärs wird in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle spielen", fügte er hinzu.

In ukrainischen Häfen liegen derzeit Millionen Tonnen Getreide auf Halde. International wird befürchtet, dass die Blockade der Getreideexporte eine weltweite Hungerkrise auslösen könnte.

Die Ukraine ist - neben Russland - eine der wichtigsten Getreideexportnationen der Welt. Insbesondere Länder im Nahen Osten und in Afrika sind von ukrainischen Weizenlieferungen abhängig. Global sind die Lebensmittelpreise als Folge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine bereits gestiegen.

In der vergangenen Woche hatte Cavusoglu den russischen Außenminister Sergej Lawrow zu Gesprächen über die mögliche Ausfuhr von Getreide aus der Ukraine empfangen. Die Türkei pflegt traditionell gute Beziehungen sowohl zur Ukraine als auch zu Russland und bemüht sich seit Kriegsbeginn um eine Vermittlung zwischen den Konfliktparteien.

ribbon Zusammenfassung
  • Die Türkei hat sich bereit erklärt, einen Vierer-Gipfel zum Getreide-Export aus der Ukraine zu organisieren.
  • "Wenn Russland eine positive Antwort gibt, wird es einen Vier-Parteien-Gipfel in Istanbul geben", sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Mittwoch.
  • An den Verhandlungen beteiligt werden sollen demnach außerdem die Ukraine und die Vereinten Nationen.