APA - Austria Presse Agentur

Trump über gesunkene Beliebtheit: "Niemand mag mich"

29. Juli 2020 · Lesedauer 3 min

Während der Coronakrise sind die Beliebtheitswerte des US-Präsidenten weiter gesunken. In Wahlumfragen liegt er deutlich hinter Joe Biden. Trumps Fazit: "Dies muss an meiner Persönlichkeit liegen."

US-Präsident Donald Trump hat seine gesunkenen Zustimmungswerte in der Corona-Krise beklagt. "Niemand mag mich", sagte Trump am Dienstag während einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Er beschwerte sich darüber, dass sein Berater für den Umgang mit der Pandemie, der führende Seuchenexperte Anthony Fauci, populärer sei als er selbst. "Dies muss an meiner Persönlichkeit liegen", sagte der Präsident über sich selbst.

Trump und sein Umfeld hatten in den vergangenen Wochen wiederholt versucht, Fauci in Misskredit zu bringen und seine Glaubwürdigkeit zu untergraben. Der Leiter des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten gilt als führender Coronavirus-Experte der USA. 

Trump liegt in Umfragen hinter Herausforderer Joe Biden

Trump liegt weniger als 100 Tage vor der Präsidentschaftswahl am 3. November in den Umfragen deutlich hinter Joe Biden, seinem Rivalen von den oppositionellen Demokraten, zurück. Wegen seines Umgangs mit der Pandemie steht der Präsident massiv in der Kritik. Ihm wird vorgeworfen, die von dem Coronavirus ausgehende Bedrohung lange unterschätzt zu haben.

In nationale Umfragen hält der ehemalige Vizepräsident Joe Biden einen fast zweistelligen Vorsprung vor dem amtierenden republikanischen Präsidenten. Die Financial Times sieht Biden derzeit bei 50 Prozent, Trump liegt in der Umfrage bei 41 Prozent. In seiner letzten Umfrage unter 12.235 US-Amerikanern kommt das Marktforschungsinstitut Morning Consult zu einem ähnlichen Ergebnis. Demnach hält Biden einen Vorsprung von acht Prozent auf Trump.

Trump wirbt erneut für Malaria-Mittel

Erst vor einer Woche hatte der Präsident die Bevölkerung erstmals zum Tragen von Atemschutz aufgerufen, nachdem er sich zuvor noch über den Gebrauch von Mund-Nase-Masken mokiert hatte.

Am Dienstag warb Trump allerdings erneut für die Anwendung des Malaria-Mittels Hydroxychloroquin gegen das Coronavirus: "Viele Ärzte meinen, es ist extrem nützlich." Forscher hatten zu Beginn der Pandemie die Hoffnung geäußert, das Mittel könne gegen den neuartigen Erreger wirken. Inzwischen ziehen viele Wissenschafter dies in Zweifel. Die US-Arzneimittelbehörde FDA zog im Juni eine Sondergenehmigung für Hydroxychloroquin zurück.

Trump pries zuletzt auch die Ärztin Stella Immanuel aus dem texanischen Houston, die für den Einsatz von Hydroxychloroquin gegen das Coronavirus wirbt, als "spektakulär" an. Die Onlinenetzwerke Twitter und Facebook löschten jedoch Botschaften des Präsidenten, in denen er Videobotschaften Immanuels und anderer Ärzte zum angeblichen Nutzen von Hydroxychloroquin im Kampf gegen die Pandemie weiterverbreitete.

Höchster Anstieg der Corona-Toten in den USA seit Mai

In den USA hat sich in den letzten Wochen die Corona-Lage wieder verschärft. Mehrere Bundesstaaten mussten Lockerungen zurücknehmen und das Gesundheitssystem gerät erneut an seine Grenzen. Am Dienstag ist die Zahl der täglich verzeichneten Todesopfer des Coronavirus in den USA stark angestiegen. Binnen 24 Stunden wurden 1.592 Verstorbene gezählt, wie aus Zahlen der Johns-Hopkins-Universität hervorgeht. Dies ist die höchste Zahl seit zweieinhalb Monaten.

Die USA sind das mit Abstand am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt. Fast 4,35 Millionen Infektions- und mehr als 149.000 Todesfälle wurden im Land bereits registriert.

Quelle: Agenturen / Redaktion / apb