APA - Austria Presse Agentur

CDU-Chefin rechnet nicht mehr mit Wahl-Sonderparteitag

14. Apr 2020 · Lesedauer 2 min

Die Vorsitzende der deutschen Regierungspartei CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer, rechnet angesichts der Corona-Krise nicht mehr mit einem Sonderparteitag zur Wahl ihres Nachfolgers vor dem regulären Delegiertentreffen Anfang Dezember in Stuttgart.

"Mein Eindruck ist, je weiter wir hinter die Sommerpause rücken mit einem möglichen Sonderparteitag, desto geringer ist der Bedarf nach einem Parteitag, der dann nur wenige Wochen vor dem regulären stattfindet", sagte Kramp-Karrenbauer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Ein für Ende April anvisierter Sonderparteitag war wegen der Krise abgesagt worden. In der Partei wird nicht damit gerechnet, dass es angesichts der Beschränkungen für Großveranstaltungen in Deutschland vor der Anfang Juli beginnenden Sommerpause einen Ersatztermin geben könnte.

Kramp-Karrenbauer war Ende 2018 zur CDU-Chefin gewählt worden, als die deutsche Kanzlerin Angela Merkel den CDU-Vorsitz nach 18 Jahren aufgab. Am 10. Februar kündigte "AKK" ihrerseits ihren Amtsverzicht an, der Nachfolger sollte bei einem Sonderparteitag am 25. April gewählt werden. Merkel will nach eigenen Worten nach der nächsten Bundestagswahl - voraussichtlich Herbst 2021 - aus der aktiven Politik ausscheiden.

Auf dem Parteitag der Christdemokraten sollten 1001 Delegierte einen Nachfolger für Kramp-Karrenbauer wählen. Sie hatte nach internen Querelen und anhaltender Kritik an ihrer Amtsführung angekündigt, nicht mehr als Parteivorsitzende und mögliche Kanzlerkandidatin zur Verfügung zu stehen.

Als aussichtsreichste Kandidaten für den CDU-Vorsitz gelten Ministerpräsident des Bundeslands Nordrhein-Westfalen Armin Laschet, Ex-Fraktionschef der CDU und CSU, Friedrich Merz, und der CDU-Außenexperte Norbert Röttgen.

Quelle: Agenturen