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Tote und Verletzte nach russischem Angriff im Großraum Kiew

Heute, 21:47 · Lesedauer 4 min

In der Ukraine sind bei massiven russischen Luftangriffen am Samstag mindestens fünf Menschen getötet worden. Hauptziel der Angriffe sei die Energieinfrastruktur in der Region Kiew gewesen, schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj auf der Online-Plattform X. Es seien jedoch auch Wohngebäude, Schulen und Unternehmen beschädigt worden. Selenskyj zufolge richtete sich der Angriff mit rund 430 Drohnen und 68 Raketen auch gegen die Regionen Sumy, Charkiw, Dnipro und Mykolajiw.

Die meisten Geschosse seien von der Flugabwehr abgefangen worden. Der Gouverneur der Region Saporischschja, Iwan Fedorow, teilte mit, dass ein Wohngebiet der gleichnamigen Stadt getroffen worden sei. Dabei sei ein Mensch ums Leben gekommen, weitere 18 seien verletzt worden. Unter den Verletzten seien auch zwei Minderjährige, so Fedorow. Die Zahl der Opfer könnte noch steigen, unter den Trümmern der Wohnhäuser wird nach weiteren Menschen gesucht. Dem Gouverneur zufolge wurden zwölf größere Wohnblocks und zwölf private Wohnhäuser getroffen.

"Russland wird versuchen, den Krieg im Nahen Osten auszunutzen, um hier in Europa, in der Ukraine, noch größere Zerstörung anzurichten", schrieb Selenskyj auf X. Selenskyj rief die Verbündeten seines Landes auf, die Produktion wichtiger Flugabwehrwaffen zu erhöhen.

Vier Todesopfer seien in der Region Kiew zu beklagen, sagte der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Mykola Kalaschnyk. Schäden seien in vier Bezirken verzeichnet worden. 15 Menschen seien dabei verletzt worden. In sechs Regionen der Ukraine sei der Strom infolge der russischen Angriffe ausgefallen, teilte das ukrainische Energieministerium zudem mit.

Russlands Streitkräfte attackieren in dem seit mehr als vier Jahren dauernden Krieg immer wieder ukrainische Ortschaften, die weit hinter der Frontlinie liegen. Der Angriff veranlasste auch das NATO- und EU-Mitglied Polen, seine Kampfjets zum Schutz des eigenen Luftraums aufsteigen zu lassen. Es seien jedoch keine Verletzungen des Luftraums festgestellt worden, teilte das polnische Militär mit.

Die ukrainischen Streitkräfte haben nach russischen Angaben in der Nacht auf Samstag eine Ölraffinerie und einen Hafen in der südrussischen Oblast Krasnodar mit Drohnen angegriffen. Beim Beschuss des Hafens Kawkas seien drei Menschen verletzt worden, teilten die Behörden in Krasnodar auf Telegram mit. Ein Serviceschiff und die Pieranlage seien beschädigt worden. Der Hafen wird für den Umschlag von Getreide und Flüssiggas genutzt und liegt an der Straße von Kertsch gegenüber der bereits 2014 von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim. Zudem sei in der Afipski-Ölraffinerie nach einem Drohnentreffer ein Feuer ausgebrochen, hieß es in einer separaten Mitteilung der Behörden. Das Asowsche Meer ist durch die Straße von Kertsch mit dem Schwarzen Meer verbunden.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, es habe in der Nacht 87 ukrainische Drohnen abgeschossen, davon 31 über dem Asowschen Meer und 16 über der Oblast Krasnodar. Russland gibt stets nur an, wie viele feindliche Drohnen oder Raketen abgefangen wurden, nicht wie viele die ukrainischen Streitkräfte abgefeuert haben

Ukrainischer Geheimdienst: Russische Kriegsschiffe getroffen

Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR griff eigenen Angaben nach zwei vom russischen Militär genutzte Schiffe an und beschädigte sie. Die Eisenbahnfähre "Slawjanin" sei außer Betrieb gesetzt, die "Avantgarde" beschädigt worden, teilte HUR bei Telegram mit. Beide Schiffe seien vorrangig im Pendelverkehr zwischen dem russischen Festland und der bereits seit 2014 von Moskau annektierten Halbinsel Krim eingesetzt worden und Teil der Militärlogistik gewesen, hieß es.

Nach Angaben des HUR wurden mit den Schiffen Waffen, Militärtechnik und Munition transportiert. Demnach wurden die Schiffe im Rahmen eines Angriffs gegen den Schwarzmeerhafen Port Kawkas beschossen. Auch die Infrastruktur des Hafens selbst sei bei der Aktion beschädigt worden. Die vom HUR veröffentlichten Bilder deuten auf einen Drohnenangriff hin. Tatsächlich hatten am Samstag in der Früh russische Behörden Schäden am Hafen und an einem Schiff eingeräumt, ohne Details zu nennen. Bei der Attacke wurden drei Personen verletzt.

Zusammenfassung
  • In der Ukraine sind bei massiven russischen Luftangriffen am Samstag mindestens fünf Menschen getötet worden. Hauptziel der Angriffe sei die Energieinfrastruktur in der Region Kiew gewesen, schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj auf der Online-Plattform X. Es seien jedoch auch Wohngebäude, Schulen und Unternehmen beschädigt worden. Selenskyj zufolge richtete sich der Angriff mit rund 430 Drohnen und 68 Raketen auch gegen die Regionen Sumy, Charkiw, Dnipro und Mykolajiw.