Tirol-Wahl: Mattle verhandelt mit allen außer FPÖ

26. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Vertrauen zurückgewinnen und inhaltlich erneuern, so lautet das Credo der Tiroler ÖVP nach den deutlichen Verlusten bei der Landtagswahl. Eine Koalition mit der FPÖ schloss Parteiobmann Mattle erneut aus.

Nach den herben Verlusten bei der Tiroler Landtagswahl sei es nun oberstes Ziel von ÖVP-Chef Anton Mattle, das "Vertrauen auch wieder zurückzugewinnen". Man werde dazu einen inhaltlichen Prozess starten und eine Steuerungsgruppe einsetzen. Es besteht aus Mattle, den Landesräten Josef Geisler und Johannes Tratter, Klubobmann Jakob Wolf, der EU-Abgeordneten Barbara Thaler und Mario Gerber vom Wirtschaftsbund.

Absage an Koalition mit FPÖ

Mattle wolle das "Profil einer bürgerlichen Partei schärfen" und "Schritte in Richtung Erneuerung und neuem Denken" gehen. Einer ÖVP-FPÖ-Koalition erteilte Mattle erneut eine Absage. Bezüglich der parlamentarischen Arbeit werde er aber mit allen Parteien im Landtag sprechen.

Ob Mattle in eine Zweier- oder Dreier-Koalition eintreten will, ließ er noch offen. Man werde aber "unverzüglich" mit den Gesprächen beginnen, um "schnell eine handlungsfähige Regierung zusammenzustellen". Er werde noch heute Nachmittag versuchen, mit den Parteichefs Termine zu vereinbaren.

WKO-Präsident gegen Dreier-Koalition

Quasi aus der Parteilinie ausgeschert war im Vorfeld Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Walser. Schon vor dem Vorstand schloss er eine Dreier-Variante mit Einbindung der NEOS aus. Dies würde allerdings bedeuten, dass der Spielraum der ÖVP auf eine Koalition mit der SPÖ oder ein nicht allzu wahrscheinliches Bündnis mit Liste Fritz und Grünen eingeschränkt wäre.

Wiewohl die Volkspartei beinahe zehn Prozentpunkte eingebüßt hat, war Mattle auch am Montag nicht unzufrieden. Die ausgerufene Aufholjagd habe funktioniert, meinte er wohl mit Blick auf Umfragen, die den Fall unter die 30-Prozent-Marke suggeriert hatten. So habe man (mit gut 35 Prozent) ein "durchaus respektables Ergebnis" erzielen können.

Nachfragen nicht erlaubt

Etliche Fragen blieben bei dem Presseauftritt offen, etwa die zeitliche Perspektive, wann die ÖVP mit Regierungsverhandlungen fertig sein will und ob man die Kritik Walsers an den NEOS teilt. Denn Fragen waren bei dem nicht einmal zehnminütigen Statement nicht gestattet.

Quelle: Agenturen / Redaktion / msp