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Tirol-Wahl: Schwarz-Rot laut Experten wahrscheinlich

26. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Nach der Wahl ist vor den Koalitionsverhandlungen: Die Fortsetzung der schwarz-grünen Landesregierung in Tirol ist nach Stimmenverlusten beider Parteien nicht mehr möglich. Meinungsforscher und Politikberater erachten ein Revival einer Koalition aus ÖVP und SPÖ für am wahrscheinlichsten.

Als "nahezu aufgelegt" bezeichnete Meinungsforscher Wolfgang Bachmayer (OGM) diese Variante gegenüber der APA. Das letzte Mal regierten die beiden "Großparteien" Tirol gemeinsam bis 2013 unter der Führung von Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP). Dessen überhasteter Rückzug dürfte seinen Teil zum historisch schlechtesten Ergebnis der Tiroler ÖVP beigetragen haben. "Wie man das so vergeigen kann, ist beinahe einmalig", fand Bachmayer klare Worte zum Abgang des Ex-Landeshauptmanns.

Schwarz-Blau ausgeschlossen

Eine Dreierkoalition sehen sowohl Bachmayer als auch der Politikberater Thomas Hofer und der Meinungsforscher Peter Hajek als nicht wünschenswert für die ÖVP. Dafür, dass die ÖVP ihre Koalition mit den Grünen und einer weiteren Partei weiterführen könnte, sieht Bachmayer keine Gründe. Am ehesten würde sich ein "Neustart" aber wohl noch mit der Liste Fritz verkaufen lassen. "Zwei Partner bei Laune zu halten, ist aber immer schwierig", sagte Hofer.

Eine Koalition mit der FPÖ hat ÖVP-Landesparteiobmann Anton Mattle bereits ausgeschlossen. Dieser sitze nach der "erträglichen Niederlage" wieder fest im Sattel und werde wohl auch parteiintern nicht dazu gedrängt werden können, es mit den Freiheitlichen zu versuchen, sagte Bachmayer.

So bleibt eigentlich nur die SPÖ. Diese hat ihr Wahlziel von mindestens 20 Prozent klar verfehlt und werde der ÖVP "den roten Teppich ausrollen", ist sich Bachmayer sicher. SPÖ-Landeschef Georg Dornauer betonte allerdings bei der Wahlfeier am Sonntagabend, er werde "nicht um jeden Preis" in eine Regierung eintreten. Für das "in vielen Ländern erprobte Modell" spreche auch, dass Mattle die Koalitionsgespräche so wohl am schnellsten beenden könnte, glaubt Bachmayer. Das käme auch der SPÖ entgegen, die für Thomas Hofer anlässlich des Wahlergebnisses keinen Grund zum Feiern habe und mit einer Regierungsbeteiligung Gespräche über ihr schlechtes Abschneiden schnell beenden könnte.

Quelle: Agenturen