Szekeres: Impfbefreiungen sollen nur von Experten ausgestellt werden dürfen

11. Dez. 2021 · Lesedauer 2 min

Die Durchführung, der ab Februar geltenden allgemeinen Impflicht in Österreich, sorgt weiterhin für Diskussionen. Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres plädiert im PULS 24 Interview dafür, dass nur Amtsärzte und Chefärzte der Krankenkasse Gutachten zur Befreiung von der Impfplicht ausstellen dürfen sollten.

Der aktuelle Gesetzesentwurf sieht vor, dass eine deutlich breitere Gruppe an Ärztinnen und Ärzten dazu in der Lage sein soll. "Wir glauben nicht, dass jeder niedergelassene Allgemeinmediziner und Facharzt solche Atteste ausstellen sollte", so Szekeres weiter.

Er gehe davon aus, dass "eine definierte Gruppe von Ärztinnen und Ärzten gefunden wird, die auch Experten auf diesem Gebiet sind, die diese Atteste ausstellen dürfen". Laut des aktuellen Entwurfs dürfen auch Gynäkologen, Internisten oder Fachärzte für Psychiatrie Impfbefreiungen ausstellen. Der Ärztekammerpräsident kündigt an, dass hierzu "noch Gespräche mit dem Ministerium laufen."

Bei Gefälligkeitsgutachten drohen Konsequenzen

Sollte es zu Gefälligkeitsgutachten von Seiten der Ärztinnen und Ärzten kommen, drohen laut Szekeres Konsequenzen. Er zieht den Vergleich zu einem Arzt, der seine Zulassung verloren hat, weil er mehrere Gutachten zur Maskenbefreiung für einige Euro über das Internet angeboten hat ohne die Patienten zu untersuchen.

An schwangere Frauen appelliert Szekeres, obwohl diese laut Entwurf von der allgemeinen Impflicht ausgenommen sind: "Besprechen Sie mit ihrem Gynäkologen, wann der richtige Zeitpunkt für eine Impfung ist und lassen Sie sich impfen." Der Grund, warum die Impflicht nicht im Gesetz verankert ist? "Weil die Impfungen aktuell noch off-label stattfinden."

Dass die FPÖ, die Impfung ablehnt "hilft sicher nicht", so Szekeres, der jedoch auch erwähnt, dass viele FPÖ-Politiker selbst geimpft sind und auch für die Impfung eintreten. Die Aussagen von Dagmar Belakowitsch, die behauptete auf den Intensivstation würden vor allem Personen mit Impfschäden liegen, kommentiert der Ärztekammerpräsident folgendermaßen: "Sie ist nicht richtig informiert und die Aussagen sind einfach nicht korrekt." Szekeres appelliert einmal mehr dazu, sich impfen zu lassen und vor allem die Booster-Impfung in Anspruch zu nehmen.

Maximilian PatakQuelle: Redaktion