Terrorverdacht nach Brand in tschechischer Waffenfabrik
Der tschechische Regierungschef Andrej Babiš erklärte, er halte den Verdacht, dass der Brand im Zusammenhang mit dem Gaza-Konflikt absichtlich gelegt worden sei, für "sehr schwerwiegend". Der Inlandsgeheimdienst BIS und die Polizei hätten Ermittlungen aufgenommen. Das Anti-Terror-Zentrum teilte im X-Netzwerk mit, dass es in Zusammenarbeit mit der Generalstaatsanwaltschaft in Prag mit der Untersuchung des Falls wegen des Verdachts auf einen Terroranschlag begonnen habe.
Babiš, der am Wochenende in Budapest an der rechtskonservativen CPAC-Konferenz teilnehmen wollte, kehrte wieder nach Prag zurück. Er rief für den Abend eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates ein. Nach der Sitzung des Krisenstabs im Innenministerium teilte Metnar mit, dass es aktuell keine Hinweise auf eine weitere Gefahr gebe. Die Terrorwarnstufe bleibe zunächst unverändert.
In dem Industriegebiet, in dem unter anderem das tschechische Unternehmen LPP Holding ansässig ist, brannte ein Lagerhaus, und das Feuer griff auf ein benachbartes Bürogebäude über. Das Nachrichtenportal "Aktuálně.cz" zitierte aus einem mutmaßlichen Bekennerschreiben einer Gruppe, die sich "The Earthquake Faction" nenne. "Heute früh wurde eine wichtige israelische Waffenproduktionsstätte von einer Untergrundgruppe in Brand gesetzt, um ihrer Rolle im andauernden israelischen Völkermord in Gaza ein Ende zu setzen", heißt es demnach darin.
LPP Holding bestätigte, dass es zu dem Brand in einem ihrer Betriebe in Pardubice gekommen sei. Das Unternehmen stellt nach Angaben auf seiner Internetseite unter anderem Drohnenmotoren und Zielfernrohre für Gewehre her. LPP hat kürzlich Pläne für eine Kooperation mit dem israelischen Unternehmen Elbit Systems bekanntgegeben. Sie produziert aber auch Drohnen für die Ukraine.
Die Feuerwehr teilte mit, dass eine Halle in der Nacht auf Freitag komplett zerstört und ein Verwaltungsgebäude beschädigt worden seien. Im Lager habe sich nichts befunden, was mit der Produktion des Unternehmens in Zusammenhang stand. Sondern es wurden Baumaterialien gelagert, die für eine bevorstehende Renovierung vorbereitet waren. Rund 40 Feuerwehrleute seien im Einsatz gewesen. Der Brand sei bis zum Nachmittag gelöscht worden. Es bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung etwa durch Schadstoffe in der Luft.
Zusammenfassung
- Es wurden keine Verletzten gemeldet, aber Sachschäden verzeichnet; eine Halle wurde komplett zerstört und ein Verwaltungsgebäude beschädigt, während rund 40 Feuerwehrleute im Einsatz waren.
- Die tschechischen Behörden, darunter der Inlandsgeheimdienst BIS und das Anti-Terror-Zentrum, haben Ermittlungen aufgenommen, doch laut Innenministerium besteht aktuell keine weitere Gefahr und die Terrorwarnstufe bleibt unverändert.
