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Tausende in Kiew nach neuen Angriffen ohne Heizung

25. Jan. 2026 · Lesedauer 2 min

Trotz der Verhandlungen über ein Ende des Kriegs in der Ukraine hat Russland das Land erneut mit Drohnen und Raketen beschossen. Die ukrainische Luftwaffe meldete Einschläge an zehn unterschiedlichen Orten. Bei tiefwinterlichen Verhältnissen waren zudem 1.676 Wohnblocks weiter ohne Heizung. Präsident Selenskyj forderte in Vilnius von Verbündeten mehr Munition für die Luftverteidigung. Auch Russland meldete ukrainische Drohnenangriffe.

Bei den neuerlichen russischen Angriffen kamen laut ukrainischer Luftwaffe 102 Kampfdrohnen und zwei Iskander-Raketen zum Einsatz. 87 Drohnen wurden demnach abgewehrt, es gab aber auch Einschläge an zehn unterschiedlichen Orten.

Die Lage in der ukrainischen Hauptstadt Kiew bleibt infolge vorangegangener russischer Attacken schwierig. Zwar sei der größte Teil der am Samstag in 6.000 Wohnblocks ausgefallenen Heizungen wieder an das Wärmenetz angeschlossen worden, doch 1.676 Wohnblocks seien immer noch ohne Wärmeversorgung, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko mit. In der Nacht lagen die Temperaturen in Kiew im zweistelligen Frostbereich.

Auf der Gegenseite meldete auch Russland ukrainischen Beschuss. 52 Drohnen sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau abgewehrt worden. Der Gouverneur von Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, teilte mit, dass durch Raketenbeschuss in der Nacht Energieobjekte beschädigt worden seien. Zu den Folgen machte er keine Angaben. Die Region kämpft seit Wochen mit Problemen bei der Energieversorgung.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte die Verbündeten seines Landes auf, weitere Munition für die Luftverteidigung bereitzustellen. Es würden "jeden Tag Raketen für Luftverteidigungssysteme benötigt", sagte Selenskyj am Sonntag bei seiner Ankunft in der litauischen Hauptstadt Vilnius. Die Ukraine arbeite weiterhin mit den USA und Europa zusammen, "um einen besseren Schutz unseres Luftraums zu gewährleisten".

"Allein in dieser Woche haben die Russen mehr als 1.700 Angriffsdrohnen, mehr als 1.380 Lenkbomben und 69 Raketen verschiedener Typen abgefeuert", sagte Selenskyj. Der ukrainische Präsident nimmt in Litauen an den Gedenkfeierlichkeiten zum Aufstand von 1863 teil, der sich gegen das russische Kaiserreich richtete.

Russland greift die Kraftwerke und das Stromnetz der Ukraine in seinem seit fast vier Jahren andauernden Angriffskrieg fast ununterbrochen an. In der Folge sind aktuell hunderttausende Ukrainer mitten im Winter ohne Strom und Heizung. In der vergangenen Woche hatte Selenskyj deshalb den Notstand für den Energiesektor erklärt.

Zusammenfassung
  • Nach neuen russischen Angriffen mit 102 Drohnen und zwei Iskander-Raketen sind in Kiew weiterhin 1.676 Wohnblocks ohne Heizung, während die Temperaturen in der Nacht im zweistelligen Minusbereich liegen.
  • Die ukrainische Luftwaffe meldet Einschläge an zehn Orten, konnte aber 87 Drohnen abwehren; Präsident Selenskyj fordert von den Verbündeten dringend mehr Munition für die Luftverteidigung.
  • Laut Selenskyj wurden allein in dieser Woche über 1.700 Angriffsdrohnen, 1.380 Lenkbomben und 69 Raketen auf die Ukraine abgefeuert, und hunderttausende Menschen sind weiterhin ohne Strom und Wärme.