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Taliban bekennt sich zu Anschlag auf Armeestützpunkt

Mai 14, 2020 · Lesedauer 2 min

Die radikalislamischen Taliban haben am Donnerstag nach eigenen Angaben einen tödlichen Anschlag auf einen afghanischen Militärstützpunkt in der Stadt Gardez verübt. Dies sei eine Reaktion auf Anordnungen der Regierung in Kabul, wieder militärisch gegen die Taliban vorzugehen, schrieb Taliban-Sprecher Zabihullah Mujahid in einer WhatsApp-Mitteilung an Medien.

Das afghanische Innenministerium bestätigte den Anschlag auf den Stützpunkt. Demnach wurden mindestens fünf Menschen getötet, als ein mit Sprengstoff bestückter Lastwagen vor einem Militärgerichtsgebäude in einem Wohngebiet in der Stadt Gardez im Osten des Landes explodierte.

Nach zwei Anschlägen mit dutzenden Toten am Dienstag drohen die Spannungen zwischen den Taliban und der Regierung erneut zu eskalieren. Präsident Ashraf Ghani machte für beide Taten die Taliban und die IS-Miliz verantwortlich und ordnete die Wiederaufnahme der militärischen Offensive der Regierungstruppen gegen aufständische Gruppen an.

Die Taliban bestreiten eine Beteiligung an den Anschlägen vom Dienstag und warnten, sie seien "voll und ganz vorbereitet", um auf Angriffe der afghanischen Streitkräfte zu reagieren. Die Regierung beschuldigte sie aber, ein Umfeld zu fördern, in dem Terror gedeihe, und mit anderen militanten Gruppen zusammenzuarbeiten, die daran beteiligt gewesen sein könnten. Damit würden die Bemühungen der USA beschädigt, Verhandlungen über eine Friedenslösung zwischen der Regierung und den Taliban in Gang zu bringen. Präsident Ashraf Ghani ordnete die Sicherheitskräfte an, wieder offensiver vorzugehen.

Bei einem Anschlag auf eine Entbindungsklinik waren am Dienstag mindestens 24 Menschen gestorben, zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand. Zu einem zweiten Anschlag auf eine Beerdigungszeremonie bekannte sich die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS).

Quelle: Agenturen