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Taiwan: Eskalation für US-Präsident Biden unwahrscheinlich

08. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

US-Präsident Joe Biden hat sich zuversichtlich gezeigt, dass China seine Manöver rund um Taiwan nicht ausweiten und die Lage weiter eskalieren wird.

"Es macht mir Sorgen, dass sie soweit gegangen sind", sagte er am Montag auf dem Weg zu den Flutgebieten im US-Staat Kentucky mit Blick auf die bisher größten Marine- und Luftwaffen-Militärmanöver in den Gewässern rund um Taiwan. "Ich glaube aber nicht, dass sie darüber hinaus gehen werden."

Beobachter befürchten, dass es zu militärischen Konfrontationen mit den Streitkräften Taiwans kommen könnte. Auch die USA sind mit starken Marineverbänden in der Region präsent.

China erbost über Pelosi-Besuch 

China reagierte mit den umfangreichen militärischen Übungen auf den Besuch der Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, am Dienstag und Mittwoch der Vorwoche in Taiwan, den die Regierung in Peking als Verletzung der chinesischen Souveränität wertet. Sie betrachtet Taiwan als abtrünnigen Teil der Volksrepublik. Auch zu Wochenbeginn setzte China seine Militärübungen, die eigentlich am Sonntag beendet hätten werden sollen, vor Taiwan fort.

Komplexe Lage 

Seit der Abspaltung Taiwans von China will Peking die Insel wieder mit dem Festland vereinigen - notfalls mit militärischer Gewalt. Der Konflikt zwischen Peking und Taipeh hatte sich unter dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping zuletzt verschärft. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat zudem Befürchtungen wachsen lassen, Peking könnte im Umgang mit Taiwan auf ein ähnliches Vorgehen setzen.

Westliche Länder wie die USA vertreten eine Ein-China-Politik, erkennen das demokratische Taiwan also nicht als unabhängigen Staat an. Allerdings unterhalten sie auf niedrigerer diplomatischer Ebene Regierungskontakte mit Taipeh und warnen China vor einer gewaltsamen Wiedervereinigung.

Quelle: Agenturen / Redaktion / foj