APA - Austria Presse Agentur

Swing States: In diesen Staaten wird die US-Wahl entschieden

30. Okt 2020 · Lesedauer 3 min

Schon seit langem sind sogenannte "Swing States" also Bundesstaaten, die keinem Lager fix zugerechnet werden können, ausschlaggebend für die US-Wahlen. Auch diesmal sind einige wenige Staaten das Zünglein an der Waage.

Als "Swing States" oder "Battleground States" bezeichnet man in den USA jene US-Bundesstaat, in denen Demokraten und Republikanern bei Wahlen traditionell nur wenige Prozentpunkte trennen, die also von beiden Kandidaten durch zum Teil relativ wenige Wechselwähler gewonnen werden können. Ihre Wahlmännerstimmen geben oft den Ausschlag, wenn das Rennen knapp ist. So war Donald Trumps Wahlsieg  2016 unter anderem auch darin begründet, viele Swing States für sich zu verbuchen und sogar einige traditionell demokratische Staaten "umzufärben".

Auch heuer gibt es einige Swing States, die wohl besonders ausschlaggebend werden und deren Ergebnis deshalb am meisten Spannung verspricht. Die sechs Bundesstaaten Arizona, Florida, Pennsylvania, North Carolina, Wisconsin und Michigan machen zusammen 101 der für den Sieg notwendigen 270 Wahlmännerstimmen aus.

Florida - 29 Wahlmännerstimmen

Der südöstliche Bundesstaat Florida ist beinahe schon ein berüchtigter Swing State. Aufgrund der Bevölkerung ist der "Sunshine State" nach Kalifornien (traditionell demokratisch) und Texas (traditionell republikanisch) der US-Bundesstaat mit den drittmeisten Wahlmännerstimmen. Seit 1964 hat deshalb immer derjenige Kandidat die Präsidentenwahl gewonnen, der auch Florida gewonnen hat. Besonders berüchtigt war die Wahl im Jahr 2000 als es in Florida zu einer Neuauszählung der Stimmen kam, die dann auch den Ausschlag für den Wahlsieg von George W. Bush jr. gab.

Pennsylvania - 20 Wahlmännerstimmen

Pennsylvania liegt im eigentlich traditionell demokratischen Nordosten der USA. Donald Trump gewann Pennsylvania 2016 jedoch überraschend. Biden, der dort geboren wurde und auch stark dort verwurzelt ist, hat jedoch gute Chancen Pennsylvania zurückzuholen.

Danner aus Swing-State Pennsylvania

Michigan - 16 Wahlmännerstimmen

Das einst stolze Zentrum der US-Autoindustrie ist eigentlich traditionell demokratisches Kernland. Nach Jahrzehnten des wirtschaftlichen Abstiegs konnte Trump in Michigan die Stimmenmehrheit der enttäuschten Bevölkerung äußerst knapp für sich verbuchen. Es wird sich zeigen, ob Biden hier wieder Boden für die Demokraten gutmachen kann.

North Carolina - 15 Wahlmännerstimmen

Wie viele andere südliche Bundesstaaten gilt auch North Carolina eigentlich als erzkonsevatives Kernland. Der hohe Anteil an Afro-Amerikanern an der Bevölkerung brachte allerdings schon Barack Obama im Jahr 2008 den Sieg. Der Obama-Glanz könnte auch Biden helfen. bei den Vorwahlen erzielte er in North Carolina eines seiner besten Ergebnisse.

Arizona - 11 Wahlmännerstimmen

Auch Arizona gilt eigentlich seit mehr als einem halben Jahrhundert als Kernland der religiösen Erzkonservativen. In den vergangenen Jahrzehnten wandelte sich allerdings vor allem durch Einwanderung aus den lateinamerikanischen Ländern des Südens die Bevölkerungszusammensetzung. Der immer größer werdende Anteil an Latinos gilt als eher den Demokraten zugeneigte Wählerschaft. Gleichzeitig ist Arizona als Grenzstaat vom Politstreit um Einwanderung und Grenzmauer stark betroffen, was für Polarisierung im Staat sorgt.

Wisconsin - 10 Wahlmännerstimmen

Der nördliche Bundesstaat ist geprägt von einigen wenigen dicht bewohnten urbanen Zentren, die eher den Demokraten zuneigen und weite, dünn besiedelte, ländlich-agrarische Bezirke, die als Kernwählerschaft der Republikaner gelten. Diese ökonomischen wie gesellschaftlichen Gegensätze sorgen für politische Gegensätze und damit ein spannendes Rennen um die Stimmenmehrheit. Bis 2016 wählte Wisconsin in der Regel demokratisch, war bei der letzten Präsidentenwahl jedoch auch einer der von Trump eroberten Bundesstaaten.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos