APA/APA/WOLFGANG HAUPTMANN/WOLFGANG HAUPTMANN

Wien

Swift-Anschlagspläne: Anklage gegen 21-Jährigen

Heute, 15:28 · Lesedauer 2 min

Die Staatsanwaltschaft Wien hat eine Anklage gegen jenen 21-Jährigen eingebracht, der mutmaßlich einen Anschlag auf das am 9. August 2024 vorgesehene Taylor Swift-Konzert im Wiener Ernst-Happel-Stadion geplant haben dürfte.

Ihm werden terroristische Straftaten, kriminelle Organisation sowie weitere Delikte vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Zuständig ist das Landesgericht Wiener Neustadt. 

Die Strafdrohung beträgt 20 Jahre, die Anklage ist nicht rechtskräftig.

Mai 2023 mit Anschlagsplänen beschäftigt

Ab Mai 2023 soll Beran A. mit den Anschlagsplänen beschäftigt gewesen sein. Dazu soll er etwa eine Anleitung zum Bombenbau beschafft haben und sich im Umgang mit Sprengstoff unterweisen lassen haben. 

Auch zu einem tatsächlich durchgeführten Anschlag im März 2024 in Mekka soll der Angeklagte beigetragen haben. Er wurde im August 2024 festgenommen und sitzt seitdem in U-Haft.

Bekenntnis zur Terror-Miliz IS

Mehrere Anklagen und Prozesse hatten sich bereits mit dem mutmaßlichen Terrornetzwerk um Beran A. beschäftigt. Der Hauptverdächtige dürfte sich immer wieder mit Gleichgesinnten ausgetauscht haben. Die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) bekam dank eines ausländischen Partnerdiensts rechtzeitig von den Plänen gegen die dreitägige Konzertreihe von Swift Wind.

Der Beschuldigte soll mehrfach versucht haben, verschiedene Schusswaffen und eine Handgranate über illegale Händler zu kaufen und nach Österreich zu bringen. Laut Staatsanwaltschaft hat er außerdem Propagandamaterial der Terror-Miliz "Islamischer Staat" (IS) versendet und sich aktiv zu dieser bekannt. Mittels Snapchat-Videos habe er zu terroristischen Straftaten aufgerufen.

Jenen Attentäter, der in Mekka (Saudi-Arabien) mehrere Menschen mit einem Messer schwer verletzt hatte, soll Beran A. psychisch unterstützt und für die Tat bestärkt haben. Auch weitere Anschläge in Dubai und Istanbul sollen geplant gewesen sein. Für die terroristischen Straftaten drohen dem in Ternitz im Bezirk Neunkirchen gemeldeten Beran A. - unter Berücksichtigung des Alters zum Tatzeitpunkt - bis zu 20 Jahren Gefängnis.

Video: Swift-Konzerte wegen Terrorgefahr abgesagt: Ein Jahr danach

Zusammenfassung
  • Die Staatsanwaltschaft Wien hat einen 21-Jährigen wegen mutmaßlicher Planung eines Anschlags auf das Taylor Swift-Konzert am 9. August 2024 im Ernst-Happel-Stadion angeklagt.
  • Dem Mann werden terroristische Straftaten, Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation und weitere Delikte vorgeworfen, wobei die Strafdrohung bei 20 Jahren liegt und das Landesgericht Wiener Neustadt zuständig ist.
  • Er soll ab Mai 2023 Anschlagspläne verfolgt, sich Sprengstoffwissen angeeignet, an einem Anschlag im März 2024 in Mekka mitgewirkt und wurde im August 2024 festgenommen, seitdem sitzt er in U-Haft.