Sumlenny zu Putins Diplomatie: "Man kann die Wohnung heizen mit diesen Verträgen"

29. März 2022 · Lesedauer 2 min

Sergej Sumlenny, ehemaliger Direktor des Heinrich-Böll-Instituts in Kiew, analysiert im Gespräch mit PULS 24 Anchorwoman Bianca Ambros das Verhalten russischer Diplomaten. Kompromisse seien nicht möglich, gegebene Zusagen das Papier nicht wert, meint er.

Das Verhalten des stellvertretenden russischen UN-Botschafters gegenüber PULS 24 Anchor Thomas Mohr überrascht Sergej Sumlenny nicht. Persönliche Attacken und Lügen gehörten bereits seit langem zum Repertoire des russischen Außenministeriums, meint er. An Mohrs Stelle hätte er wohl trotzdem "meine Emotionen nicht so unter Kontrolle halten können", sagt der ehemalige Direktor des Heinrich-Böll-Instituts in Kiew.

Russland sei mit seinen bisherigen Aggressionen immer durchgekommen. Europa und der Westen habe Putin alle Angriffe - etwa auf die Krim und im Donbass - "verziehen". Verträge mit und Zusicherungen von Russland hätten sich stets als unzuverlässig erwiesen.

"Mit Putin gibt es keine Kompromisse"

Dementsprechend gering sieht Sumlenny auch die Chance auf eine Verhandlungslösung. "Wir wissen, mit Putin gibt es keine Kompromisse", sagt er. "Wir können das wollen, wir versuchten es mehrmals. Es gab mehrere Verträge zwischen dem Westen und Russland seit 20 Jahren, zwischen der Ukraine und Russland seit acht Jahren", meint er, aber letztlich habe sich gezeigt: "Man kann die ganze Wohnung ein Jahr lang heizen mit diesen Verträgen."

Putin nütze jeden Kompromiss und jeden Vertrag, "um Kräfte zu sammeln und erneut anzugreifen". Der einzige Weg aus diesem Krieg sei deshalb die vollständige militärische Niederlage Russlands und die Befreiung Russlands von Putin.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos