Sudanesische Regierung kehrt in die Hauptstadt zurück
Zehn Monate nach der Vertreibung der Miliz RSF aus Khartum schreitet die Normalisierung in der Hauptstadt damit voran. In den vergangenen drei Monaten hatten bereits mehrere Ministerien ihre Arbeit in Khartum wiederaufgenommen.
Der blutige Machtkampf zwischen de-facto Staatschef Abdel-Fattah al-Burhan und dessen früheren Stellvertreter Mohamed Hamdan Dagalo hat nach UNO-Angaben die größte humanitäre Krise weltweit ausgelöst. Durch den Konflikt wurden zwölf Millionen Menschen vertrieben.
Nach Khartum kehren Vertriebene inzwischen wieder zurück. In anderen Teilen des Landes herrscht dagegen weiter Krieg. Dagalos Miliz RSF nahm Ende vergangenen Jahres nach langer Belagerung Al-Fashir, die Hauptstadt von Nord-Darfur, ein. Inzwischen haben sich die Kämpfe vor allem in die Region Kordofan verlagert. Die RSF kontrolliert außerdem die Region Darfur.
Menschenrechtsgruppen werfen beiden Konfliktparteien schwere Verbrechen vor. Vor allem die RSF wird für Massaker, sexuelle Gewalt und Folter von Zivilisten verantwortlich gemacht.
Zusammenfassung
- Die sudanesische Regierung ist nach fast zwei Jahren Exil endgültig von Port Sudan nach Khartum zurückgekehrt und will sich laut Premierminister Kamel Idris auf die Verbesserung von Lebensbedingungen, Gesundheit und Bildung konzentrieren.
- Der Machtkampf zwischen de-facto Staatschef al-Burhan und Ex-Stellvertreter Dagalo hat laut UNO die größte humanitäre Krise weltweit ausgelöst, mit rund zwölf Millionen Vertriebenen.
- Während die Normalisierung in Khartum voranschreitet und Vertriebene zurückkehren, dauern die Kämpfe in anderen Landesteilen an, insbesondere in Kordofan und Darfur, wo die RSF weiterhin schwere Verbrechen vorgeworfen werden.
