APA - Austria Presse Agentur

Strache-Wohnsitz: Weitere Anzeige eingebracht

28. Juli 2020 · Lesedauer 3 min

Während eine weitere Anzeige gegen Strache eingebracht wurde, möchte Generalsekretär Höbart die Sache "mit der Behörde klären". Derweil gibt es ein Scharmützel zwischen Hofer und Strache auf Twitter.

Wo wohnt Strache? Das ist die Frage, die im anlaufenden Wien-Wahlkampf im Fokus steht. Ist es Wien oder doch Klosterneuburg - also Wien oder Niederösterreich? Nur wenn Heinz-Christian Strache seinen Lebensmittelpunkt in Wien hat, darf er bei der Wien-Wahl auch antreten. Seit vergangener Woche und einer eingebrachten Sachverhaltsdarstellung der Kleinpartei "Wandel" ist diese kleine, aber bedeutende Frage, im Fokus der wahlwerbenden Parteien - und der Medien. Das "Team HC Strache" hatte angekündigt, dass der Anwalt eine öffentliche Erklärung vorbereite, am Dienstag winkte Generalsekretär Christian Höbert aber ab: "Wir wollen das jetzt sachlich mit der Behörde klären."

Im Gespräch

Laut Höbart gibt es mittlerweile sehr viel Emotionalität in der Debatte. "Das hat jetzt alles eine Dynamik bekommen", verwies er auf die zahlreichen Wortmeldungen zum Thema. "Es gehört sachlich mit der Behörde geklärt." Kontakt mit der zuständigen Stelle hat es inzwischen gegeben. "Wir sind mit der Behörde bereits im Gespräch", informierte Höbart.

Weitere Anzeige

Am Dienstag berichtet die APA von einer weiteren Anzeige. In der anonymen Eingabe bei der Behörde, die der APA vorliegt, heißt es ebenso, dass der Spitzenkandidat der Liste "Team HC Strache" gegen die Meldepflicht verstoße. Daher sei auch das Wählerregister zu berichtigen - was Straches Spitzenkandidatur verhindern würde.

Der Spitzenkandidat habe sich weder von seiner "vormaligen Meldeadresse" in Wien-Landstraße ordnungsgemäß abgemeldet, noch an seiner "derzeitigen Meldeadresse" in Niederösterreich ordnungsgemäß angemeldet", heißt es in der Anzeige bei der MA 62, die gleichzeitig Wahl- und Meldebehörde ist. Auch jüngste Medienberichte seien im Ermittlungsverfahren zu berücksichtigen, heißt es darin weiter, etwa die Aussage von Straches Mutter bei einer Hausdurchsuchung.

Straches Mutter

Diese Aussage findet sich in einem Aktenvermerk im Zuge der Casinos-Ermittlungen aus 2019. Demnach hatte Straches Mutter angegeben, ihr Sohn wohne "seit mindestens 19 Jahren" nicht mehr in der Landstraßer Wohnung. Bei der Wohnungsdurchsuchung selbst wurde von den Beamten protokolliert, dass keinerlei persönliche Gegenstände Straches aufgefunden wurden.

Hofer vs. Strache

Die Wien-Wahl wird wohl auch zu einem Duell zwischen der FPÖ und ihrem Ex-Chef Strache. Die ersten Wehen zeigen sich schon auf Twitter. Norbert Hofer kündigte bereits eine Wahlanfechtung an.

Wenige Stunden nach dem Tweet von Hofer reagierte auch Strache, der sich sicher ist, dass Hofer "offensichtlich sich selbst und seine Partei aufgegeben" hat.

Die Wiener Nachbarn

Die Kollegen von Café Puls haben sich ebenfalls mit der Causa beschäftigt und sich in Straches "Nachbarschaft" umgehört. Der Tenor: Strache wurde schon lange nicht mehr gesichtet.

Quelle: Agenturen / Redaktion / moe