Peter KostelkaAPA/HANS KLAUS TECHT

Seniorenvertreter wollen schnelleres Pensionsplus

24. Jan. 2023 · Lesedauer 3 min

Senioren sollen ihre Pensionserhöhung heuer teils schon Mitte des Jahres erhalten. Diese Forderung erhob der Präsident des Pensionistenverbands, Peter Kostelka, am Dienstag bei einer Pressekonferenz.

Angesichts der Inflation dürften die Ruhensbezüge kommendes Jahr um rund acht Prozent steigen. Wegen der Teuerung sollen die Rentner nicht so lange warten müssen, findet der Pensionistenverband.

Weiteres Anliegen der SP-nahen Seniorenvertretung ist die Abschaffung der Aliquotierung. Diese bringt es mit sich, dass man im ersten Jahr nach dem Pensionsantritt nur die volle Erhöhung bekommt, wenn man im Jänner den Ruhestand beginnt. Von Monat zu Monat wird das Plus weniger. Wer im November oder Dezember geht, bekommt im ersten Jahr gar nichts. Das seien Verluste, die nie mehr aufzuholen seien, betonte Kostelka, was angesichts der nun anstehenden starken Erhöhung nicht zumutbar sei.

Anhebung der Geringfügigkeitsgrenze

Unterschiede zur schwarzen Partnerorganisation Seniorenbund gibt es in der Diskussion um Arbeit nach dem Pensionsantritt. Geht es nach dem Seniorenbund, sollen in diesen Fällen die Pensionsbeiträge fallen. Dies lehnt Kostelka ab. "Unbegründet und nicht nachvollziehbar" nennt er diesen Vorschlag. Er sähe eine Schwächung des Pensionssystems insgesamt durch die fehlenden Beiträge. Klüger wäre es, die Arbeitnehmer steuerlich zu entlasten - ob über Frei- oder Absetzbeträge könne man diskutieren.

Ohnehin sieht man im Pensionistenverband ein größeres Potenzial bei der Gruppe der 50- bis 65-Jährigen. Würden denen altersadäquate Arbeitsplätze und auch Fortbildung zur Verfügung stehen, würde dies das Arbeitskräfte-Potenzial erhöhen. Nicht zufällig seien zwei Drittel der arbeitenden Pensionisten Selbstständige. Diese könnten sich ihre Arbeitsbedingungen nach ihren Bedürfnissen gestalten. Eine weitere Forderung des Verbands ist eine Anhebung der Geringfügigkeitsgrenze sowie dass auch eine für Bezieher einer Ausgleichszulage, quasi die Mindestpension, eingezogen wird. Zudem will man eine Erhöhung der Ausgleichszulage von 1.110 auf 1.250 Euro.

Wunsch nach mehr kostenlosen Impfungen

Bei der Pflege sieht man den Angehörigen-Bonus zwar als gut gemeint, doch könne ihn kaum jemand anwenden. Geht es nach Kostelka, sollte dieser schon ab Stufe drei des zu Pflegenden beantragbar sein. Denn in diesem Status könne man tatsächlich die Pflege selbst noch leisten. Zudem soll die Pflicht, dass ein gemeinsamer Haushalt gegeben sein muss, fallen. Auch bei der Höhe fordert man Änderungen. Mittelfristig soll der Bonus Kosten für eine Stunde mobiler Pflege abdecken.

Ferner zum Forderungskatalog gehört der Wunsch nach mehr kostenlosen Impfungen. Diese seien für Ältere von noch größerer Bedeutung durch die geringere Immunabwehr. Preise wie 400 Euro für die Impfung gegen Herpes Zoster könnten sich viele aber nicht leisten.

Kostelka: Regierung soll in die Gänge kommen

Kostelka forderte die Regierung auf, in die Gänge zu kommen, handle es sich doch um das letzte Arbeitsjahr vor einem Wahljahr. Das gelte speziell auch für Maßnahmen gegen Altersdiskriminierung. Denn außer einem Termin mit dem damaligen Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) habe sich hier gar nichts getan.

Quelle: Agenturen