Selenskyj: Sicherheitsgarantien sind Schlüssel für Frieden
Die Gespräche über ein Kriegsende sollen in der kommenden Woche unter amerikanischer Vermittlung zwischen Russen und Ukrainern in Genf weitergeführt werden.
Bisher galt die Territorialfrage als die am schwierigsten zu lösende in den Verhandlungen. Russische Truppen haben 2022 auf Befehl von Kremlchef Wladimir Putin die Ukraine angegriffen. Putin begründete die Invasion damals mit der Sorge um die eigene nationale Sicherheit und der angeblichen Unterdrückung der russischsprachigen Minderheit in der Ukraine. Ende Jänner bezeichnete Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow allerdings die Territorialfrage als die wichtigste.
Konkret fordert die russische Führung von der Ukraine für einen Frieden die Aufgabe des gesamten Gebietes Donezk - also auch der Landstriche, die Moskaus Truppen auch nach vier Jahren Krieg immer noch nicht besetzen konnten. Kiew hat einen einseitigen Rückzug bisher stets abgelehnt.
Die Worte Selenskyjs deuten nun aber zumindest einen Wechsel der Prioritäten in Kiew an. Die ukrainische Führung hofft in erster Linie auf Sicherheitsgarantien aus den USA. Unklarheit gibt es noch bei der Länge solcher Zusagen. Bei der Sicherheitskonferenz in München hatte Selenskyj gesagt, dass Washington einen Zeitraum von 15 Jahren angeboten habe, während Kiew mindestens eine 20 Jahre währende Garantie haben möchte.
Stromausfall in westrussischem Brjansk nach Drohnenangriffen
In der westrussischen Region Brjansk ist laut Behördenangaben nach ukrainischen Drohnenangriffen die Energieversorgung teilweise zusammengebrochen. In fünf Gemeinden und teilweise der Stadt Brjansk seien Wärme und Strom ausgefallen, teilte Gouverneur Alexander Bogomas via Telegram mit. Seinen Angaben nach handelte es sich um einen der schwersten ukrainischen Angriffe seit Kriegsbeginn. Der Drohnenbeschuss habe mehr als zwölf Stunden gedauert. Mehr als 170 Drohnen seien abgewehrt worden.
Russland beschießt systematisch das Energiesystem der benachbarten Ukraine. Aber auch das ukrainische Militär attackiert inzwischen mit Drohnen russische Regionen - oft mit dem Fokus auf die Öl- und Gasverarbeitung. Brjansk liegt nahe der Grenze zur Ukraine und gilt als eine der in Russland am schwersten vom Krieg getroffenen Regionen.
Hunderte Gebäude in Kiew weiter ohne Heizung
Nach den jüngsten russischen Angriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur sind In der Hauptstadt Kiew weiterhin hunderte Gebäude ohne Heizung. Rund 1.100 Wohngebäude und 500 andere Gebäude könnten mitten im Winter nicht beheizt werden, teilten die Behörden am Sonntag mit.
Zusammenfassung
- Präsident Selenskyj sieht Sicherheitsgarantien als Hauptziel der Ukraine bei den bevorstehenden Friedensgesprächen mit Russland, wobei Kiew mindestens 20 Jahre Garantie fordert und die USA 15 Jahre anbieten.
- Nach einem schweren ukrainischen Drohnenangriff in der russischen Region Brjansk kam es in fünf Gemeinden und Teilen der Stadt zu Strom- und Heizungsausfällen, über 170 Drohnen wurden laut Behörden abgewehrt.
- In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind nach russischen Angriffen weiterhin rund 1.100 Wohngebäude und 500 andere Gebäude ohne Heizung.
