Schule: Keine Maskenpflicht ab Dienstag

12. Juni 2021 · Lesedauer 4 min

Ab Dienstag fällt die Maskenpflicht im Klassenzimmer. Freiwillig darf die Maske natürlich weiterhin getragen werden.

Ab Dienstag fällt an allen Schulen die Maskenpflicht in Klassen - und Gruppenräumen. Das gaben Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) am Samstag in einer Aussendung bekannt. Weiterhin Maske tragen muss man dagegen im restlichen Schulgebäude. Begründet wird die Aufhebung mit dem geringen Infektionsgeschehen bzw. der ähnlichen Regelung in der Gastronomie. Die NEOS zeigten sich erfreut, der FPÖ ist die Lockerung zu wenig.

An den Volksschulen gibt es schon jetzt in den Klassen keine Maskenpflicht. Diese Regelung wird nun auf die restlichen Schulen ausgeweitet. Wer sich mit einem Mund-Nasen-Schutz bzw. einer FFP2-Maske sicherer fühlt, kann sie weiter freiwillig verwenden. Die Pflicht fällt analog zu den Volksschulen nicht nur am Sitzplatz, sondern generell in Klassen- und Gruppenräumen, präzisierte man im Bildungsministerium auf Nachfrage der APA. Die Befreiung von der Maske gilt nicht nur für die Schüler, sondern auch für die Lehrer. Die entsprechende Verordnung wird für Montag erwartet.

"Die stabile und weiterhin sinkende Infektionslage erlaubt uns die Maskenpflicht abzuschaffen", so Faßmann. "Die Schülerinnen und Schüler testen sich weiterhin dreimal in der Woche und sind damit die meistgetestete Bevölkerungsgruppe." Sie hätten im Homeschooling, im Schichtbetrieb und beim Testen viel Geduld bewiesen. "Jetzt haben sie sich diesen Schritt der Erleichterung zum Abschluss eines harten Schuljahres verdient." Ähnlich Mückstein: "Die aktuell sehr erfreulichen Zahlen machen schon vor den Ferien Lockerungen für die Schülerinnen und Schüler möglich. Die nächste große Aufgabe wird dann die Impfung für die Kinder ab zwölf Jahren sein."

Mitte Mai wurde der Stickerpass für getestete Schüler eingeführt.

Singen und Sport indoor wieder erlaubt

Auch andere Erleichterungen sollen ab Dienstag in Kraft treten: Kooperationen mit außerschulischen Personen bzw. Vereinen sind auch im Schulgebäude wieder erlaubt (derzeit nur im Freien). Auch die Einschränkung, dass nach Möglichkeit im Freien geturnt werden soll, fällt. Bei ausreichendem Sicherheitsabstand sind auch Singen und Musizieren mit Blasinstrumenten wieder erlaubt - kann der Abstand nicht eingehalten werden, muss mit Maske gesungen werden.

63 Prozent der Eltern wollen das Ende der Maskenpflicht. Auch die Virologin Dorothee von Laer sprach sich zuletzt für ein Ende der Pflicht aus.

Derzeit ist keine Schule mehr wegen gehäufter Corona-Fälle geschlossen. Auch die Zahl der positiven Nasenbohrer-Selbsttests sinkt von Woche zu Woche. Bei den Testungen vergangene Woche waren 379 von 1.9 Millionen Tests positiv.

Kinder im Alter von zwölf bis 15 Jahren sollen über den Sommer breitflächig gegen das Coronavirus geimpft werden.

FPÖ: Lockerungen zu wenig

FPÖ-Bildungssprecher Hermann Brückl kritisierte die Lockerung als zu wenig weitgehend: "Das zizerlweise Aufheben der Maskenpflicht ist völlig sinnbefreit. Die Masken-Quälerei in den Schulen und auch die 3G-Regel gehören sofort beendet. Die Schüler haben bereits genug gelitten und müssen wenigstens für die letzten Schulwochen ihre gewohnte Normalität zurückbekommen", sagte er in einer Aussendung. Für das kommende Schuljahr forderte er von Faßmann "umgehend" Maßnahmen zu ergreifen: "Es braucht Hygieneregeln und Luftreinigungsgeräte, aber sicher keine Impf-, Test- und Maskenpflicht für unsere Kinder."

Erfreut über das Aus der Maskenpflicht in den Klassenräumen zeigten sich die NEOS: "Das ist eine große Erleichterung. Es war längst nicht mehr nachvollziehbar, warum Schülerinnen und Schüler nach wie vor stundenlang mit Maske im Unterricht sitzen mussten, während es bereits in vielen Bereichen Erleichterungen gab", sagte Bildungssprecherin Martina Künsberg Sarre in einer Aussendung. Auch sie blickte schon in den Herbst: Ziel müsse eine "befreite" Schule ohne Maske, ohne Tests und ohne Schichtbetrieb sein, dafür müsse die Regierung jetzt Vorkehrungen treffen, forderte auch sie.

Quelle: Agenturen / red