APA - Austria Presse Agentur

Schützenhöfer für Impfpflicht in der Nachtgastronomie

24. Juli 2021 · Lesedauer 3 min

Der steirischer Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer zeigt sich kritisch gegenüber den PCR-Tests. Grund dafür ist die langer Auswertungsdauer. Stattdessen spricht er sich für eine Impfpflicht für die Nachtgastronomie aus.

Der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) hat sich für eine Impfpflicht für Besucher der Nachtgastronomie ausgesprochen. Wie steirische Medien am Samstag berichteten, sieht Schützenhöfer die PCR-Tests, die derzeit vom Bund als Alternative zur Impfung beim Eintritt vorgeschrieben werden, kritisch. Da die Auswertung bis zu 24 Stunden dauern kann, sei es fraglich, wie viele Jugendliche sich in der Realität für einen Discobesuch entscheiden würden.

Zuletzt wurden die Regeln für Clubs und Diskotheken verschärft, seit dieser Woche gelten da nur mehr Impfung oder PCR-Test als Eintrittskarte. "Was mich gewundert hat war, dass sich teilweise Nachtgastro-Vertreter so gegen diese Neuregelung gewehrt haben", meinte zuletzt Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein, "das ist altes Denken für mich".

Wenn es Hotspots gebe, müsse man die Nachtgastro komplett schließen, und "das will ich nicht", betonte Mückstein. Sich impfen zu lassen oder am Donnerstag einen PCR-Test "aufzustellen", damit man am Wochenende feiern könne, sei durchaus zumutbar. "Wir werden auch die Kontrollen verstärken müssen", kündigte der Minister an.

 Stefan Ratzenberger, Sprecher der Nachtgastronomen, sagt im PULS 24 Interview, dass nach der Einführung der PCR-Testpflicht die Branche Gewinneinbußen verzeichnete. 

Keine generelle Impfpflicht

"Eine generelle Impfpflicht wird es nicht geben in Österreich", bekräftigte Mückstein, "das halte ich für nicht zielführend". Sehr wohl viel abgewinnen kann er einer Verpflichtung aber bei Menschen, die im medizinischen Kontext arbeiten, jedenfalls sollte das bei Neuanstellungen werden. Er halte es "nicht für vertretbar", mit alten Menschen zu arbeiten und diese zu gefährden, weil man nicht geimpft sei. Es gebe hier eine "hohe ethische Verantwortung". Die Bundesländer hätten bereits die Möglichkeit für eine Impfpflicht für Gesundheitsberufe - die Frage, ob er eine solche empfehle, bejahte Mückstein

Auf ähnliches für Lehrer und Kindergärtner wollte sich Mückstein dagegen nicht einlassen: Für den Bildungsbereich sei Minister Heinz Faßmann (ÖVP) zuständig, der von einer geschätzten Durchimpfungsrate von etwa 75 Prozent unter Lehrern ausgeht. Wenn dem so ist, sieht Mückstein hier auch kein großes Problem. Außerdem drängt sich für ihn in weiterer Folge die Frage auf, was etwa mit Polizisten oder Rettungsfahrern sei - "das ist eine sehr heikle Diskussion, die breit geführt werden muss".

Quelle: Agenturen