APA - Austria Presse Agentur

Schmid-Chats: "Ab Kairo gibt es Schlauchboote"

31. Mai 2021 · Lesedauer 2 min

Eine neue Ladung an Chat-Auswertungen von ÖBAG-Vorstand Thomas Schmid wurde geleakt – es geht u.a. darum, dass er keinen Diplomatenpass mehr bekommt, selbst seinen Strafregisterauszug abholen muss und geschmacklose "Witze".

Wieder haben Chats von ÖBAG-Vorstand Thomas Schmid das Licht der Medienöffentlichkeit (u.a. berichtet zackzack) erreicht. Dieses Mal geht es um Chats aus dem März 2019 zwischen Schmid – damals noch Generalsekretär im Finanzministerium und knapp zwei Wochen vor seiner Bestellung zum ÖBAG-Vorstand – und seiner Assistentin, um das Problem ohne Diplomatenpass zu reisen und persönlich seinen Strafregisterauszug abzuholen.

"Reisen wie der Pöbel"

War Schmid im Finanzministerium noch mit einem Diplomatenpass ausgestattet, gibt es diesen als ÖBAG-Vorstand nicht mehr. "Oh Gott, reisen wie der Pöbel", schreibt Schmid. Er überlegt augenscheinlich, wie er doch den Pass behalten könnte: "Wenn ich weiterhin Diplomatenpass haben will müssen wir das Gesetz ändern." Dass das nicht passieren wird, wird ihm offenbar selbst klar: "Da werden wir passen müssen. Das ist einfach vorbei."

"Ab Kairo gibt es Schlauchboote"

Schmid und seine Assistentin machen sich in den Chats auch über Flüchtlinge lustig. Schmids Assistentin bucht einen Flug für ihn nach Addis Abeba und fragt, ob er auch einen Rückflug braucht. Er fragt, ob sie ihn dann dort lassen möchte. Sie antwortet: "Ab Kairo gibt es Schlauchboote." Wenig später sagt sie ihm, dass alles gebucht sei. Er fragt per WhatsApp zurück: "Mit den Flüchtlingen? Smiley."

"Zu diesen Tieren für Strafregister"

Als ÖBAG-Vorstand braucht man einen sauberen Strafregister-Auszug, den muss Schmid selbst abholen. Während er wartet, ist er ebenfalls in Kontakt mit seiner Mitarbeiterin: "Ich hasse euch dass ich da herkommen muss zu diesen Tieren für Strafregister." Seine Mitarbeiterin erklärt ihm, dass dieser nur sechs Monate gelten wird. "Ich weiß eh. Ich hasse das hier", antwortet Schmid.

Einen Strafregister-Auszug kann man in Österreich übrigens online via Bürgerkarte beantragen.

Quelle: Redaktion / moe