Russische Gaspreis-Drohungen: "Gehen auf turbulente Zeiten zu"

23. Feb. 2022 · Lesedauer 2 min

Sollte Russland die Gaspreise erhöhen oder die Lieferung einstellen, dann habe dies nicht nur Auswirkungen auf das Heizen, sondern auch auf die Wirtschaft, betont Herbert Saurugg, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Krisenvorsorge. Die Konsequenz daraus sei in Österreich zwar nicht sofort spürbar, führe aber zu "massiven Problemen".

"Wir gehen auf turbulente Zeiten zu", sagt Herbert Saurugg im PULS 24 Interview. Sollte Russland die Gaspreise erhöhen oder das Gas gar abschalten, dann hätte dies "massivste Auswirkungen auf die Wirtschaft", meint der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Krisenvorsorge. Nicht nur spüre man dann die Auswirkungen im Eigenheim unter anderem durchs Heizen, sondern auch in der Wirtschaft, z.B. in der Lebensmittelproduktion.

Wenig Reserven übrig

Österreich sei generell, was die Gas- und Erdöl-Versorgung betrifft, sehr abhängig. Die "massiven Probleme" durch diesen Konflikt werde man laut Saurugg allerdings erst in einigen Monaten spüren. Durch das "hohe Eskalationslevel" sei "nicht mehr abschätzbar, was wirklich passiert", das wiederum mache Prognosen so schwierig, betont er im Interview. Im besten Fall habe Österreich nur mit steigenden Preisen zu rechnen.

Als "absoluten Wahnsinn" bezeichnet der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Krisenvorsorge die Drohung des ehemaligen russischen Präsidenten und jetzigen stellvertretenden Vorsitzenden des russischen Sicherheitsrats, Dmitri Medwedew. Medwedew kündigte via Twitter an, dass man in Europa bald sehr viel mehr für Gas bezahlen werde. Er drohe mit einem Preis von 2.000 Euro pro 1.000 Kubikmeter Gas. Dies entspreche dem "Zwanzigfachem vom jetzigen Preis. Das wäre nicht mehr bezahlbar", sagt Saurugg. Aktuell habe Österreich noch einige wenige Reserven in den Gaslagerstätten – "so wenig wie noch nie um diese Zeit". Das liege allerdings am milden Winter.

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea