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EU-Kommission hält Gasversorgung für gesichert

22. Feb. 2022 · Lesedauer 2 min

Die Gasversorgung der Europäischen Union ist nach Einschätzung der EU-Kommission trotz des eskalierenden Konflikts mit Russland vorerst sicher.

Man sei nicht in einer Situation, in der man sich im Fall von Lieferunterbrechungen "von einem Tag zum anderen ohne Gas befinden würde", sagte ein Sprecher am Dienstag in Brüssel. Die Gasspeicher seien derzeit zu etwa 30 Prozent gefüllt.

Andere Länder können einspringen

Zudem gibt es den Angaben zufolge mehrere Länder, die in der Lage wären, ihre Flüssiggaslieferungen in die EU zu erhöhen. Als Beispiel wurden Aserbaidschan, Ägypten, Nigeria und Norwegen genannt. Verwiesen wurde auch auf Äußerungen von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Sie hatte am Wochenende bei der Münchner Sicherheitskonferenz gesagt, die EU sei diesen Winter selbst bei einer völligen Unterbrechung der Gasversorgung durch Russland auf der sicheren Seite.

In der EU wird seit Wochen befürchtet, dass der derzeitige Konflikt mit Russland zu einer Unterbrechung von Gaslieferungen führen könnte. Bis zuletzt deckte die EU nach Kommissionsangaben knapp ein Viertel (24 Prozent) ihres Energiebedarfs mit Gas, wovon wiederum 90 Prozent importiert werden. 40 Prozent der Importe stammten von dem russischen Unternehmen Gazprom.

Der Vize-Vorsitzende des Nationalen Sicherheitsrates in Russland, Dmitri Medwedew, hat die Furcht vor höheren Gaspreisen durch die auf Eis gelegte Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 geschürt. Laut der Nachrichtenagentur Ria sagte der frühere Ministerpräsident: "Willkommen in einer Welt, in der Europäer 2000 Euro für Gas zahlen."

Krise löst Rohstoff-Rallye aus

Die Eskalation in der Ukraine-Krise schürt Furcht vor Lieferausfällen bei wichtigen Rohstoffen wie Erdöl, Gas oder Aluminium. So stieg der Preis für die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um bis zu 4,3 Prozent auf ein Siebeneinhalb-Jahres-Hoch und kratzte mit 99,50 Dollar (87,76 Euro) je Barrel (159 Liter) an der Marke von 100 Dollar. Aktienanleger überwanden am Dienstag allerdings ihren ersten Schreck über das russische Vorgehen in der Ost-Ukraine.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam