300 russische Soldaten in ostukrainischer Stadt Pokrowsk
In der Umgebung von Pokrowsk, das ein wichtiger ukrainischer Straßen- und Schienenknotenpunkt war und heute weitgehend zerstört ist, toben seit Monaten erbitterte Kämpfe. Der ukrainische Oberbefehlshaber Olexandr Syrskyj hatte zuvor der "New York Post" gesagt, Russland konzentriere rund 150.000 Soldaten für den Vorstoß auf Pokrowsk. Syrskyj sagte zudem, die ukrainischen Streitkräfte nutzten bebaute städtische Gebiete, um den Vormarsch der russischen Truppen zu bremsen.
Russische Militärblogger veröffentlichten am Dienstag ein nicht verifiziertes Video, das angeblich russische Truppen beim Einmarsch in Pokrowsk zeigen soll. In dem Video sind russische Soldaten auf Motorrädern und in einer Reihe verschiedener Fahrzeuge zu sehen, von denen viele keine Türen und Fenster haben. Pokrowsk liegt in der östlichen Region Donezk.
Russland versucht mit Zangenbewegungen, nicht nur Pokrowsk sondern auch Kupjansk einzukesseln. Im nordöstlichen Kupjansk sind die russischen Streitkräfte nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau am Boden tief vorgedrungen. Die Stadt liegt im Osten der Region Charkiw.
Ein russischer Kommandant sagte am Dienstag, seine Einheiten stießen nach Süden vor, um eine Reihe von Bahnhöfen einzunehmen. In einem vom Ministerium veröffentlichten Video erklärte er, seine Truppen hätten ein Öldepot am östlichen Rand von Kupjansk sowie eine Reihe von Bahnhöfen entlang der Strecke nach Kupjansk-Wuslowyj unter ihre Kontrolle gebracht. Zudem werde um den Bahnhof in der nahe gelegenen Siedlung Kupjansk-Sortuwalnyj gekämpft. Die Angaben konnten von der Nachrichtenagentur Reuters nicht unabhängig überprüft werden.
Trumps Frieden nicht in Sicht
Die Kämpfe in der Ukraine dauern also unvermindert an. Mit einem baldigen Erfolg groß angekündigte Bemühungen von US-Präsident Donald Trump um ein Friedensabkommen sind längst ins Stocken geraten. Am Montag hatte Russland die Einnahme von drei weiteren Ortschaften an der Frontlinie im heftig umkämpften Osten der Ukraine gemeldet.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj besuchte unterdessen die Stadt Cherson an der Südfront. Die Stadt liegt nur wenige Kilometer von den russischen Stellungen auf der anderen Seite des Flusses Dnipro entfernt und wird von dort aus ständig mit Bomben und Drohnen angegriffen. Selenskyj veröffentlichte ein Video, in dem er eine Rede zum Gedenken an den dritten Jahrestag des russischen Rückzugs aus Cherson im Jahr 2022 hält. Die gleichnamige Region steht zum Teil unter Kontrolle der russischen Truppen. Sie liegt gegenüber der Schwarzmeer-Halbinsel Krim, die Russland bereits 2014 annektiert hat. International wird die Annexion nicht anerkannt.
Zusammenfassung
- In der strategisch wichtigen Stadt Pokrowsk im Osten der Ukraine halten sich laut ukrainischem Militär aktuell rund 300 russische Soldaten auf, während Russland versucht, mit weiteren Verstärkungen die nördlichen Stadtgrenzen zu erreichen.
- Für den Angriff auf Pokrowsk konzentriert Russland nach Angaben des ukrainischen Oberbefehlshabers etwa 150.000 Soldaten, während die ukrainischen Streitkräfte bebaute Gebiete nutzen, um den Vormarsch zu bremsen.
- Russische Truppen melden Geländegewinne in Kupjansk und kontrollieren nach eigenen Angaben ein Öldepot sowie mehrere Bahnhöfe, während die Kämpfe im Osten der Ukraine andauern und Trumps Friedensbemühungen ins Stocken geraten sind.
