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Russische Bodentruppen nähern sich Stadtzentrum von Kiew

26. Feb. 2022 · Lesedauer 2 min

Laut Berichten vom Samstagmorgen rücken russische Bodentruppen zum Stadtzentrum von Kiew vor. Eine Landung aus der Luft konnte vorerst abgewendet werden. Der ukrainische Präsident meldete sich aus der Hauptstadt. Er wolle in der Hauptstadt bleiben und hielt die Bevölkerung zum Durchhalten auf.

Der Bürgermeister von Kiew Vitali Klitschko warnte vor Straßenkämpfen in der ukrainischen Hauptstadt. "Auf den Straßen unserer Stadt laufen jetzt Kampfhandlungen. Wir bitten darum, Ruhe zu bewahren und maximal vorsichtig zu sein!", hieß es in der Mitteilung am Samstag. Wer in einem Bunker sei, solle dort bleiben. Im Fall von Luftalarm sollten die Menschen den nächsten Bunker aufsuchen. Die Stadt veröffentlichte eine Karte dazu.

"Wenn Sie zuhause sind, dann gehen sie nicht ans Fenster, gehen sie nicht auf die Balkone." Die Menschen sollten sich etwa auch abdecken, um sich vor Verletzungen zu schützen. In Kiew gilt eine Sperrstunde von 22.00 Uhr (21.00 MEZ) bis 07.00 Uhr (6.00 Uhr MEZ) morgens.

Wehrschütz: Bodentruppen drei Kilometer vor Stadtzentrum

In Kiew kam es um 07:15 Uhr österreichischer Zeit erneut zu einem Fliegeralarm, berichtet ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz im "Ö1 Journal um acht". Die Nacht sei unruhig verlaufen, Bodentruppen rücken über breite Einfahrtstraßen vom Westen der Hauptstadt her an. Die Truppen sollen noch drei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt sein. 

Wehrschütz berichtet auch von einer versuchten russischen Luftlandung im Osten der Stadt. Dabei seien zwei Flugzeuge abgeschossen worden. Die russischen Verluste dabei seien hoch, denn jedes der Transportflugzeuge habe 180 Soldaten an Bord gehabt. 

Selenskyj aus Kiew: "Ich bin hier"

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einer neuen Videobotschaft seinen Durchhaltewillen im Kampf gegen den russischen Angriff bekräftigt. "Wir werden die Waffen nicht niederlegen, wir werden unseren Staat verteidigen", sagte er in dem Video, in dem er offenbar vor seinem Amtssitz in Kiew stand.

Er selbst werde in Kiew bleiben. Zudem wünsche er "allen einen guten Morgen." Er wolle kursierende Falschnachrichten widerlegen, wonach er das Land verlassen habe. "Ich bin hier." Das Land müsse verteidigt werden. "Ruhm der Ukraine!"

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte zuvor die ukrainische Armee aufgefordert, die Waffen niederzulegen. Das zeichnete sich nicht ab.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam