Rotes Kreuz betont transparente Finanzierung in Corona-Zeit
Mit der eigenen Rolle im Sozial- und Gesundheitswesen und der Katastrophenhilfe gehe einher, dass ein großer Teil der Finanzierung des ÖRK von Gebietskörperschaften und den Sozialversicherungen komme. Damit seien besondere Transparenzgebote verbunden, und deshalb stehe man jederzeit gerne Rede und Antwort. Für Foitik gilt das etwa auch für die rund 416.000 Euro für Beratungsleistungen und die monatliche Vergütung von 10.000 Euro netto für den Bundesrettungskommandant bei 50 Prozent Vollzeitäquivalent, über die die Freiheitlichen vom Gesundheitsministerium in einer parlamentarischen Anfrage Auskunft verlangen.
All das beruhe auf einer damals geschlossenen Vereinbarung für den Aufbau des Stabsbetriebs, mit dem Rotkreuzgesetz als Grundlage. Es geht dabei um das erste Halbjahr des Jahres 2020. Die Vergütung für den Bundesrettungskommandanten sei nicht an ihn, sondern an das Rote Kreuz gegangen und sei Abgeltung dafür gewesen, dass er und sein Büro dem Gesundheitsministerium zur Verfügung gestanden sei. "Ich habe keine zusätzlichen Einkünfte gehabt", unterstrich Foitik.
Dass die FPÖ, die sich zuletzt vermehrt auf ein angeblich intransparentes und steuergeldverschwendendes "NGO-Business" eingeschossen hat, nun auch das Rote Kreuz im Visier hat, stört Foitik nicht: "Das ist ja öffentliches Geld, dafür müssen wir Rechenschaft liefern." Im Abschlussbericht an das Ministerium für die Zeit von Februar bis Juni 2020 sei jedenfalls jede einzelne Stunde der Stabsarbeit genau aufgelistet. "Wir sind stolz darauf, wie viel wir da geleistet haben", sagte er.
Beitrag für das Zusammenleben
Foitik räumte ein, dass das Rote Kreuz auch Dinge tue, "die der FPÖ dann unliebsam sind", etwa wenn man sich um Integration und ein gutes Miteinander in Österreich kümmere. Generell leisteten zivilgesellschaftliche Organisationen einen wichtigen Beitrag für das Zusammenleben im Land. Sie seien in Ergänzung zur Verwaltung, Wirtschaft und Politik ein wichtiger Sektor im Lande - egal ob es sich um NGOs im Bereich von Umwelt oder Integration handle oder um jene wie Dorfverschönerungsverein, Landjugend oder Blasmusik. Foitik erinnerte auch an Spendenwesen und Freiwilligenarbeit: "Das ist ein Riesenhebel, den hat nur die Zivilgesellschaft, den haben nur wir als Non-Profit-Organisationen: Weil wir mit Freiwilligen, mit Spenden die Investition der öffentlichen Hand entsprechend vervielfältigen."
Zur Coronapandemie an sich und dem Handling der österreichischen Behörden meinte der Rot-Kreuz-Bundesrettungskommandant, dass anfangs sehr rasch reagiert wurde, die zweite exponentielle Entwicklung der Infektionszahlen dann aber viel zu spät erkannt wurde. "Das Zeugnis, das man den Krisenmanagern und der Politik ausstellen kann, das wird dann gegen Ende eher schlechter", so Foitik. Zu diesem Zeitpunkt, als es den gesellschaftlichen Zusammenhalt nicht mehr im anfänglichen Ausmaß gegeben habe, seien dann auch politisch Fehler passiert.
"Blöde Diskussion über Impfpflicht"
"Auf der einen Seite will man vulnerable Gruppen, die Gesundheit der Menschen schützen. Auf der anderen gibt es viele andere Interessen, auch wirtschaftliche, politische, soziale, psychische. Die Interessenskonflikte müssen verhandelt und dann in irgendeiner Form gut umgesetzt werden, und das ist dann gegen Ende nicht mehr so gut gelungen", meinte er: "Und die Impfgegnerschaft, die ist erst aufgebaut worden durch eine blöde Diskussion über eine Impfpflicht."
Positiv hervorzuheben ist für Foitik jedenfalls die Rolle der Wissenschaft. Diese habe tatsächlich "die Grundlage dafür gelegt, dass viele hunderttausende Menschen gerettet werden konnten". Die Virussequenzierung, die Entwicklung der Tests und schließlich der Impfstoffe sei unglaublich schnell gegangen. "Da haben wir als Gesellschaft den Wissenschafterinnen und Wissenschaftern sehr viel zu verdanken. Weil es hätte tatsächlich viel schlimmer kommen können", meinte er.
Zusammenfassung
- Das Österreichische Rote Kreuz betont angesichts von FPÖ-Anfragen zur Corona-Zeit seine transparente Finanzierung und verweist auf detaillierte Berichte sowie regelmäßige Kontrollen.
- Foitik lobt die Rolle der Wissenschaft während der Pandemie und sieht die Arbeit von zivilgesellschaftlichen Organisationen als essentiell für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Österreich.
