APA - Austria Presse Agentur

Regierung verschärft Corona-Maßnahmen

19. Okt 2020 · Lesedauer 2 min

Die Bundesregierung hat am Montag eine bundesweite Verschärfung bei Veranstaltungen angekündigt. Die Maßnahmen treten am Freitag in Kraft.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat am Montag neue bundesweite Maßnahmen angekündigt. "Wenn der Trend nicht abreist, bedeutet das 6.000 Neuinfizierte im Dezember", sagt Kurz und betont neuerlich, dass er einen bundesweiten Lockdown verhindern will.

Zu den neuen Maßnahmen zählen:

  • Privat- und Vereinsfeiern: Bei privaten Zusammenkünften in Lokalen und auch bei Sportkursen sind nur mehr sechs Personen erlaubt. Outdoor sind noch zwölf Personen erlaubt. Die Ausnahme sind weiterhin Begräbnisse. Im privaten Wohnbereich wird diese Maßnahme nicht kontrolliert, Kurz appelliert aber "sich auch dort daranzuhalten". 
  • Outdoor Maskenpflicht: Wenn auf öffentlichen Plätzen mehr als 12 Personen zusammenkommen gilt eine Maskenpflicht.
  • Professionelle Veranstaltungen sind weiterhin nur mit zugewiesenen Sitzplätzen erlaubt. Das Tragen einer Mund-Nasenschutzmaske ist verpflichtend, Speisen und Getränke gibt es nicht. Outdoor sind maximal 1.500 Personen erlaubt, indoor maximal 1.000 Personen. Dazu zählen Fußballspiele, Opern, Theateraufführungen etc.

Die Maßnahmen treten am Freitag 0:00 Uhr in Kraft. Die Bundesländer könnten darüber hinaus regionale Maßnahmen beschließen, sagte Kurz.

Virologe: "Bei Veranstaltungen wurde nur geringfügig heruntergeschraubt"

Der Bundeskanzler appellierte außerdem an die Bevölkerung soziale Kontakte zu vermeiden und weiterhin Masken zu tragen: "Bitte helfen Sie mit", sagte er. Es werde noch Monate dauern bis ein Impfstoff eine "Trendwende" einläuten werde. 

Stärkerer Schutz von alten und vulnerablen Gruppen

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) zeigte sich besorgt. Das Durchschnittsalter der Infizierten steige an. "Wir haben etliche Infektionsfälle in Alten- und Pflegeheimen", sagt er. Eine bundeseinheitliche Verordnung zum Schutz dieser Gruppe wird derzeit ausgearbeitet. 

Geplant ist eine verstärkte Testung des Pflegepersonals und der Bewohner in Alten- und Pflegeheimen. Außerdem werden Präventionskonzepte erarbeitet. Anschober betonte, dass es nicht um eine Isolierung alter und vulnerabler Menschen gehe.

Die Lage in den Spitälern sei derzeit noch stabil. "Wenn die Zahlen weiter nach oben gehen, könnte auch hier ein Engpass entstehen", sagte Anschober. 

Analyse: "Maßnahmen fallen relativ gemäßigt aus"

Quelle: Redaktion / spe