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Regierung präsentiert GECKO: Nehammer will "lernender" Kanzler sein

18. Dez. 2021 · Lesedauer 4 min

Mit Omikron breite sich in Österreich eine "besorgniserregende" Virus-Variante aus, betonen sowohl Bundeskanzler Karl Nehammer, wie auch Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein. Gemeinsam mit Verteidigungsministerin Klaudia Tanner stellten sie die neue Corona-Taskforce GECKO vor.

"Bei Omikron ist nicht die Frage, ob es Österreich erreichen und sich ausbreiten wird, sondern wann", sagt Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) zu Beginn der Pressekonferenz rund um die Corona-Krisen-Taskforce "GECKO". Um sich auf diese Corona-Variante vorzubereiten richte man nun die "Gesamtstaatliche Covid-Krisenkoordination" – kurz GECKO – ein, meint er weiter. "Wir haben das Privileg, dass es viele Experten aus dem Gesundheitsbereich gibt", so Nehammer. Dadurch gebe es aber auch viele Meinungen.  Die GECKO soll diese zusammenführen, gewichten und für die Regierung aufbereiten. 

Durch die Doppelspitze mit Chief Medical Officer Katharina Reich und Generalmajor Rudolf Striedinger werde Gecko aber nicht nur beraten, sondern auch in der Lage sein, operativ bei der Umsetzung zu unterstützen, betonten Nehammer und Mückstein. "Omikron ist schnell, wir müssen schneller sein", meinte Reich. Daher müsse das Pandemiemanagement neu ausgerichtet werden. Man habe den Vorteil, dass es bestehende Test-, Impf- und Beschaffungsstrukturen auf hohem Qualitätsniveau gebe. Man brauche aber eine engere Abstimmung zwischen fachlicher Expertise und operativer Umsetzung.

"Virus wird heimtückischer"

Bei der Erstellung der Taskforce habe man sich u.a. auch an Konzepten aus Deutschland oder Portugal orientiert und hier die "besten Elemente zusammengeführt", so der Kanzler. Er selbst wolle ein "lernender" Kanzler sein.

Mit Omikron sei nun eine "sehr besorgniserregende Virus-Variante" auf dem Weg, meint auch Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein in seiner Rede. Daher sei nun die Zeit, um sich vor dieser Corona-Variante zu "wappnen". Denn das Virus werde "heimtückischer".

Mit GECKO wolle man versuchen bestehende Strukturen zu verzahnen und die Bekämpfung der Pandemie zu stärken. Auch eine Schnittstelle zwischen den Bundesländern sei vorgesehen, meint Mückstein.

PULS 24 Infochefin Corinna Milborn analysiert im Gespräch mit Anchor René Ach die Pressekonferenz zur neuen Corona-Taskforce GECKO.

"Bundesheer ist unsere strategische Waffe"

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) bezeichnete das Bundesheer als "strategische Waffe gegen das Virus". Die Betrauung eines Soldaten mit Krisenmanagement-Aufgaben begründete Striedinger mit Eigenschaften wie dem Verfolgen klarer Zielsetzungen und der Verwendung einer klaren Sprache. Man arbeite auch im Sinne einer Einheit der Führung. Mit Bundesheer-Generalmajor Rudolf Striedinger sei einer "ihrer besten Männer" an der Spitze von GECKO, meint Tanner. 

Die GECKO besteht neben Reich und Striedinger aus dem Rektor der Medizin-Uni Wien und Vorsitzenden des Obersten Sanitätsrats, Markus Müller, der Virologin Elisabeth Puchhammer-Stöckl, der Epidemiologin Eva Schernhammer, dem Molekularbiologen Andreas Bergthaler, dem Infektiologen Herwig Kollaritsch, Gesundheit-Österreich-Geschäftsführer Herwig Ostermann, Simulationsforscher Nikolas Popper, der Vorsitzenden der Bioethikkommission, Christiane Druml, Thomas Starlinger (Covid-19 Future Operations Clearing Board), Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres, Rotes-Kreuz-Rettungskommandant Gerry Foitik, Medizinuni-Wien-Vizerektor Oswald Wagner, Journalistin Ingrid Brodnig, Apothekerkammer-Präsidentin Ulrike Mursch-Edlmayr, Medizinrechtler Karl Stöger, Reinhard Schnakl (Staatliches Krisen- und Katastrophenschutzmanagement) sowie noch zu nominierenden Vertretern der Sozialpartner, der Sozialversicherung und den Landesamtsdirektoren des jeweils aktuellen und künftigen Vorsitzlandes der Landeshauptleutekonferenz (derzeit Tirol und Vorarlberg).

Rendi-Wagner: GECKO "längst überfälliger Schritt"

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner hält die Einführung eines zentralen Krisenmanagements in einer der APA übermittelten Stellungnahme "für einen richtigen und längst überfälligen Schritt", den sie seit Beginn der Pandemie gefordert habe. "Es stellt sich die Frage, warum ein zentrales Krisenmanagement erst nach 21 Monaten und vier Lockdowns kommt. Aber immerhin, besser spät als nie." Für die stellvertretende FPÖ-Klubobfrau Dagmar Belakowitsch offenbart sich in der Bestellung Reichs und Striedingers dagegen die "Hilflosigkeit" der Regierung. "Der Weg, Experten mit der Pandemiebekämpfung zu beauftragen, hat in manchen Ländern durchaus funktioniert - aber nur dann, wenn dies von Anfang an der Fall war." Belakowitsch hat laut einer Aussendung aber auch "Angst", dass das Bundesheer gegen die eigene Bevölkerung in Stellung gebracht wird.

Quelle: Agenturen / Redaktion / pea