Reaktionen auf Kickls Nicht-Geimpft-Beweis: "Ich halte den Vorgang für krank"

24. Sept 2021 · Lesedauer 3 min

Am Freitag präsentierte FPÖ-Bundesparteichef Herbert Kickl einen Beweis dafür, dass er nicht geimpft ist. Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) hält "den Vorgang für krank". Die ÖVP fordert "eine eidesstattliche Erklärung". Brandstätter (NEOS): "Schluss mit dem Kindergarten.

"Ich kann nur erkennen, dass es ein krankes Prinzip ist, wenn man extra stolz drauf ist, ungeimpft zu sein. Und was es umgekehrt für eine Schande sein soll geimpft zu sein. Ich halte diesen Vorgang für krank." Mit diesen Worten reagierte Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) auf das "persönliche Statement" von Herbert Kickl (FPÖ) am Freitagmorgen. Dort präsentierte er einen Beweis dafür, dass er weder geimpft noch genesen ist. Vorausgegangen war eine Aussage des ÖVP-nahen PR-Beraters Wolfgang Rosam, wonach Kickl geimpft sei. Der FPÖ-Parteichef hat bereits Klage eingereicht.

Dass der "Beweis" wohl auch etwas mit der Oberösterreich-Wahl am Sonntag zu tun hat, liegt auf der Hand. Kogler hofft, dass die Menschen dort das "verantwortungslose" Handeln Kickls "berücksichtigen". "Wir sehen nur in Oberösterreich, wo die Blauen entsprechen hineinfuhrwerken, wir die niedrigsten Impfquoten haben, die höchsten Infektionszahlen und das spricht ja für sich."

Bundes-ÖVP fordert "eidesstattliche Erklärung"

Die Bundes-ÖVP fordert in einer Aussendung eine "eine eidesstattliche Erklärung und eine Bestätigung durch ein öffentliches Spital und einen öffentlichen Notar". "Kickls Ausflüchte" seien "völlig unglaubwürdig", lässt Generalsekretär Axel Melchior ausrichten. "Kickl verleugnet nach wie vor die Tatsache, dass es sehr wohl von Bedeutung ist, ob ein Politiker, der pausenlos gegen die Corona-Impfung schimpft, eine Anti-Impf-Propaganda betreibt und abstruse Verschwörungstheorien verbreitet, in Wahrheit geimpft ist oder nicht", so Melchior weiter.

Brandstätter: "Schluss mit dem Kindergarten"

Für die NEOS meldete sich Helmut Brandstätter zu Wort. Er sieht in der Aktion von Kickl, aber auch in der Forderung der ÖVP nach einer "eidesstattliche Erklärung" ein "Kindergarten". Mit diesem müsse endlich Schluss sein. Es müsse aber auch Schluss sein mit dem "Märchen, dass die Pandemie für Geimpfte vorbei ist".

Stelzer: Nicht einverstanden

Auch der Landeshauptmann von Oberösterreich, Thomas Stelzer (ÖVP), - in einer Koaliton mit der FPÖ - äußerte sich am Rande einer Wahlkampfveranstaltung zu Kickl: "Ich habe immer sehr deutlich gemacht, dass wir eine Koalition für unseren Bereich, für Oberösterreich abgeschlossen haben und in diesen jetzigen sechs Jahren mit der Oberösterreichischen FPÖ auch gut zusammengearbeitet haben. Das ich aber überhaupt nicht einverstanden bin mit einer Art und Weise, wie der FPÖ-Bundesparteichef Politik macht und Politik anlegt und ich so etwas in Oberösterreich auch nicht haben will."

Rosam

Wolfgang Rosam konterte via Twitter: "Ok, nun wissen wir es. Kickl ist nicht geimpft. Viel Show um ein Gerücht." Zudem ortete Rosam "viele Untergriffe", die er nicht weiter kommentieren wolle. "Irgendwie fragt man sich, ob wir keine anderen Sorgen haben, aber es sind Wahlen. Und da wird vieles irrational", so Rosam.

Für PULS 24 analysierte direkt nach Kickls "persönlicher Erklärung" Michael Jungwirth, stv. Chefredakteur "Kleine Zeitung", die Pressekonferenz. Für Jungwirth war es ein "aufgelegter Elfmeter" für die FPÖ vor der Wahl.

Quelle: Agenturen / Redaktion / moe