Janik: Verdacht auf "so ziemlich jedes Kriegsverbrechen" durch Russland

15. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Der Experte für Völker- und Menschenrechte Ralph Janik erklärt, warum es so schwierig ist, Kriegsverbrecher zu verurteilen.

Schon wenige Wochen nach Kriegsbeginn wurde Bilder von Massakern in der ukrainischen Stadt Butscha publik. Laut dem Experten für Menschen- und Völkerrecht Ralph Janik sei Butscha aber nicht das einzige mutmaßlich von Russland begangene Kriegsverbrechen.

Im Gegenteil: Laut Janik läge der Verdacht auf "so ziemlich jedes Kriegsverbrechen, das man sich vorstellen kann" vor.  Dazu zähle etwa Vergewaltigung, Verschleppung von Kindern, und das "Verbrechen aller Verbrechen", der Genozid. 

Auch auf ukrainischer Seite gäbe es Vorwürfe, allerdings müsse man sie laut Janik in Relation setzen. Es stehe im Raum, dass russische Soldaten "der öffentlichen Neugier preisgegeben" worden wären. Dabei sei mutmaßlich versucht worden, russische Gefangene zu entwürdigen.

Amnesty International hat in einem Bericht der Ukraine auch weitere Verstöße darüber hinaus vorgeworfen. Der Bericht wurde aber auch scharf kritisiert, Amnesty hat sich teilweise dafür entschuldigt.

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Kriegsverbrechen schwer nachweisbar

Laut Janik sei es trotz des umfassenden Bildmaterials, das im Ukraine-Krieg zirkuliere, schwierig, Kriegsverbrecher zu bestrafen. "Es werden viele Menschen ungeschoren davonkommen", erklärt er. Rechtlich seien Kriegsverbrechen eindeutig definiert. Die Aufarbeitung sei aber immer "enorm schwierig". 

Quelle: Redaktion / mbe