Putin schlägt Biden Live-Debatte vor

18. März 2021 · Lesedauer 3 min

Der russische Präsident Wladimir Putin hat seinem US-Kollegen Joe Biden eine Live-Debatte am Freitag oder kommenden Montag vorgeschlagen.

Er lade Biden dazu ein, "unsere Diskussion fortzusetzen, aber unter der Bedingung, dass wir dies live tun, oder wie man es auch nennt 'online'", sagte Putin am Donnerstag im russischen Fernsehen. Zwischen Biden und Putin war es zuletzt zu einem offenen verbalen Schlagabtausch über die Medien gekommen.

Bidens Sprecherin Jen Psaki machte am Donnerstag allerdings in Washington deutlich, dass es Biden nicht bedauere, Putin in einem Interview als "Mörder" bezeichnet zu haben. Biden habe "eine direkte Antwort auf eine direkte Frage gegeben", sagte Psaki.

Putin hatte sich in einer ersten Reaktion unbeeindruckt von der Verbalattacke Bidens gezeigt und erklärt, er wolle die künftigen Beziehungen zu Washington allein zu Moskaus Vorteil gestalten. Nach der Biden-Äußerung, er halte Putin für einen "Mörder", sagte der Kreml-Chef in einer Fernsehansprache am Donnerstag, man solle nicht von sich auf andere schließen.

Putin wünscht Biden "gute Gesundheit"

Putin wünschte dem 78-jährigen Biden auch "gute Gesundheit, ohne jede Ironie" und bekräftigte dann, dass Moskau sich nicht von Washington einschüchtern lassen werde. "Wir werden unsere Interessen verteidigen und mit ihnen zu Bedingungen zusammenarbeiten, die für uns vorteilhaft sind", sagte er.

Im russischen Parlament wurden bereits Forderungen nach einer US-Entschuldigung laut. Die angekündigte Rückbeorderung des russischen US-Botschafters zu Beratungen in Moskau sei vermutlich nicht der letzte Schritt, wenn keine Erklärung oder Entschuldigung von amerikanischer Seite folge, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Oberhauses, Konstantin Kosatschjow.

Biden nannte Putin "seelenlos"

Biden hatte das Wort "Killer" ("Mörder") zwar nicht direkt in den Mund genommen, antwortete aber in einem am Mittwoch ausgestrahlten Interview des TV-Senders ABC News auf die Frage, ob er denke, dass der russische Präsident ein Killer sei: "Das tue ich." Er beschrieb Putin zudem als seelenlos und drohte ihm mit Konsequenzen für eine angebliche Einmischung Russlands in die US-Wahl im November.

Das russische Außenministerium beorderte noch am Mittwoch seinen Botschafter Anatoli Antonow aus Washington zurück, um in Moskau Gespräche über die Zukunft der Beziehungen zu den USA zu führen, wie es in einer Erklärung hieß. Damit solle eine "irreversible Beschädigung" der Beziehungen verhindert werden.

Die Beziehungen zwischen den beiden Großmächten sind seit einiger Zeit deutlich abgekühlt. Zuletzt sorgten der Giftanschlag auf den Kreml-Kritiker Alexej Nawalny und dessen Inhaftierung für zusätzliche Spannungen. Die USA drohten mit neuen Sanktionen, auch wegen Hacker-Vorwürfen gegen Russland.

Quelle: Agenturen