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Putin empfängt G20-Gastgeber Widodo in Moskau

29. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

Der indonesische Präsident Joko Widodo fordert, russisches Düngemittel und ukrainischen Weizen wieder im vollem Umfang auf dem Weltmarkt anzubieten. Ansonsten werde sich die angespannte weltweite Lebensmittelversorgung nicht verbessern, sagte Widodo am Donnerstag in Moskau. Er ist derzeitiger Präsident der G20, der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer weltweit.

Widodo sprach mit dem russischen Amtskollegen Wladimir Putin, nachdem er am Mittwoch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Kiew besucht hatte. Putin sicherte Widodo zu, Indonesien Dünger liefern zu wollen.

Widodo hatte auch an dem G7-Treffen in Elmau teilgenommen. Er habe dort darauf gepocht, dass die westlichen Sanktionen gegen Russland wegen des Einmarschs russischer Truppen in das Nachbarland nicht Drittländer treffen dürften. Putin spielte bei dem Treffen die russische Verantwortung für die Lage auf den Nahrungsmittelmärkten herunter. "Wir verhindern nicht den Export von ukrainischem Getreide. Das ukrainische Militär hat die Zufahrten zu seinen Häfen vermint", sagte er. Niemand hindere die Ukrainer daran, die Minen zu räumen, dann garantiere Russland die Sicherheit der Getreideausfuhr. Allerdings haben die Ukraine seit dem russischen Überfall Sorge, dass Russland die Entminung für einen Angriff etwa auf Odessa nutzen könnte.

Die G7-Staaten hatten am Dienstag bekräftigt, dass man mit Hochdruck daran arbeite, ukrainisches Getreide auf den Weltmarkt zu bringen. Putin behauptete dagegen, dass derzeit nur fünf Millionen Tonnen Weizen im Land festsäßen. "Dies ist eine Menge, die die Weltmärkte in keiner Weise beeinträchtigt", fügte er hinzu, da sie nur 0,5 Prozent der Weltproduktion ausmache. Die UN schätzten dagegen Anfang Mai, dass 22 Millionen Tonnen Getreide in der Ukraine festsitzen. Selenskij sprach am 6. Juni von 75 Millionen Tonnen, die sich bis zum Herbst in den Speichern summieren würden.

Der Kreml hatte zu Beginn der Woche bestätigt, dass Putin an dem G20-Gipfel im November auf der Insel Bali teilnehmen will - allerdings offen gelassen, ob nur per Video oder vor Ort.

Quelle: Agenturen