APA - Austria Presse Agentur

Proteste in den USA nach Polizeischüssen auf Afroamerikaner

24. Aug 2020 · Lesedauer 3 min

In den USA ist es erneut zu Protesten gekommen, nachdem ein Afroamerikaner bei einem Polizeieinsatz schwer verletzt worden ist. Polizisten hätten auf den angeblich unbewaffneten Mann in der Stadt Kenosha im Staat Wisconsin mehrmals geschossen, teilte Gouverneur Tony Evers auf Twitter mit.

In den USA ist es erneut zu Protesten gekommen, nachdem ein Afroamerikaner bei einem Polizeieinsatz schwer verletzt worden ist. Polizisten hätten auf den angeblich unbewaffneten Mann in der Stadt Kenosha im Staat Wisconsin mehrmals geschossen, teilte Gouverneur Tony Evers auf Twitter mit.

Dem Mann sei "am helllichten Tag mehrfach in den Rücken geschossen worden". Die Schüsse seien gefallen, nachdem Beamte am Sonntagabend wegen eines "häuslichen Zwischenfalls" alarmiert worden seien, teilte die Polizei mit. Wie es zu den Schüssen kam, wurde nicht erklärt.

Danach kam es zu Protesten. Auf Bildern in Sozialen Medien war zu sehen, wie eine große Menschenmenge durch die Straßen zog und Steine und Molotow-Cocktails auf Polizisten warf. Ein Polizist soll verletzt worden sein. Es wurde eine Ausgangssperre für den Rest der Nacht verhängt.

Ein Video, das in Sozialen Medien kursierte, zeigt, wie der Mann auf ein Auto zugeht gefolgt von zwei Polizisten, von denen einer auf ihn schießt, als er die Autotür öffnet. Die Justizbehörden teilten am Montag mit, dass Ermittlungen eingeleitet und die beteiligten Beamten in den Zwangsurlaub geschickt worden seien.

Evers erklärte, "wir stehen an der Seite all derer, die Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Verantwortung für das Leben der Schwarzen in unserem Land gefordert haben und weiterhin fordern." Er verwies auf den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einer Kontrolle durch weiße Polizisten im Mai im US-Staat Minnesota und andere Opfer brutaler Strafverfolgung. Seit dem Tod von Floyd kommt es in den USA immer wieder zu Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus. Zum Teil schlugen die Proteste in Gewalt um.

Erst am Wochenende hatten Polizisten im südlichen US-Staat Louisiana wieder einen Afroamerikaner erschossen. Dieser floh vor den Polizisten und war offenbar mit einem Messer bewaffnet. Die Polizei in der Stadt Lafayette habe zunächst erfolglos Taser eingesetzt, um Treyford P. zu stoppen, erklärte die Polizei von Louisiana am Samstag. Beamte hätten dann das Feuer eröffnet, als der 31-Jährige in einen kleinen Supermarkt fliehen wollte, hieß es weiter.

Die Polizisten seien am Freitagabend an den Tatort gerufen worden, weil es dort eine "Störung" mit einem Mann gegeben habe, der mit einem Messer bewaffnet gewesen sei, erklärte die Polizei. Die Beamten versuchten, den 31-Jährigen festzunehmen, dieser floh aber zu Fuß, wie es weiter hieß. Die Polizei machte keine Angaben zur Zahl der gefeuerten Schüsse. Der Verdächtige sei nach dem Zwischenfall in einem Krankenhaus für tot erklärt worden, hieß es. Örtliche Medienberichte sprachen von etwa einem Dutzend Schüssen.

Der Anwalt der Familie des Opfers, Ben Crump, forderte in einer Stellungnahme eine transparente Aufklärung der "sorglosen Schüsse und tragischen Tötung dieses Mannes". Die verantwortlichen Polizisten sollten umgehend entlassen werden, forderte er. "Treyford war von Beamten umzingelt und wurde mehr als zehn Mal angeschossen", erklärte Crump. Der Anwalt verbreitete über Twitter ein Video von Zeugen, das den Vorfall zu zeigen schien. In dem Video ist zu sehen wie sich ein Afroamerikaner im Schritttempo der Verfolgung durch Polizisten entzieht. Als er sich der Eingangstür einer Tankstelle nähert, schießen die Polizisten mehrfach aus sehr geringer Entfernung auf ihn.

Quelle: Agenturen