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Prinz Charles: Müssen uns dunkler Vergangenheit stellen

17. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

Nach dem Fund Hunderter Kinderleichen in Kanada im vergangenen Jahr hat der britische Thronfolger Prinz Charles bei einem Besuch in dem nordamerikanischen Land zu Aufarbeitung aufgerufen. Man müsse als "Volk, das einen Planeten teilt, neue Wege finden, um uns mit den dunkleren und schwierigeren Aspekten der Vergangenheit auseinanderzusetzen", sagte der 73-Jährige in der kanadischen Stadt St. John's, wo er mit seiner Frau Camilla (74) am Dienstag eine mehrtägige Tour begann.

Zu diesem Prozess gehörten Anerkennung, Versöhnung und das Streben nach Besserung, sagte Charles. Vergangenes Jahr waren Hunderte Kinderleichen in der Nähe von katholischen Internaten in Kanada gefunden worden. Das löste großes Entsetzen über die katholische Kirche aus, die zwischen dem 17. Jahrhundert und den 1990er Jahren in den Einrichtungen indigene Kinder unterbrachte, die zuvor ihren Familien entrissen wurden.

Charles und Camilla vertreten auf ihrer Reise Queen Elizabeth II., die Staatsoberhaupt von Kanada ist und in diesem Jahr ihr 70-jähriges Jubiläum auf dem Thron feiert. Vor der Reise hatten indigene Gruppen eine offizielle Entschuldigung des Königshauses für die Behandlung indigener Kinder in Schulen und Bildungseinrichtungen gefordert. Auch die kürzlichen Reisen anderer Mitglieder der Royal Family waren von Protesten überschattet. So forderten etwa in der Karibik lokale Gruppen eine Entschuldigung von den Royals für die Sklaverei und andere Taten während der Kolonialzeit.

Quelle: Agenturen