Precht bei "Milborn": "Kurz wird Österreich länger regieren als Fidel Castro Kuba"

03. Mai 2021 · Lesedauer 2 min

In den nächsten Jahren wird sich die Arbeitsgesellschaft verändern, davon sind sowohl Arbeitsminister Martin Kocher, wie auch der Philosoph Richard David Precht überzeugt. Über diese möglichen Veränderungen diskutierten die Beiden am Montagabend bei "Milborn".

"Es gibt relativ viele Leute heute in der Arbeit, die können nichts Besonderes", sagt der Philosoph Richard David Precht zur aktuellen Lage am Arbeitsmarkt. "Das ist ein harter Satz", ergänzt er im Interview mit Corinna Milborn. Diese Personen "machen nichts, wofür man ein ganz besonderes Talent, eine sehr spezielle Intelligenz oder eine Qualifikation braucht, die nur wenige erwerben können", erklärt der Philosoph. Dies betreffe einen Großteil der Bevölkerung. Demnach würde in Zukunft sowohl die Arbeitslosigkeit weiter steigen wie auch der Fachkräftemangel.

Arbeitsminister Martin Kocher relativiert Prechts Prognose. Der Wandel am Arbeitsmarkt werde Zeit brauchen. Zudem würde dabei dem Staat eine "große Rolle" zukommen, so der Minister. Durch Besteuerung, Anreize und Normen, könne man auch die Bereiche kontrollieren, in denen Jobs sich wandeln. Als Beispiel nennt er, das Fahren eines LKWs. "Natürlich wird ein Lastkraftwagen recht bald autonom fahren können. Die Frage ist: Gibt es eine Vorschrift, dass da jemand drinnen sitzen muss oder nicht?", sagt Kocher. Er sieht daher in Zukunft vor allem den Fachkräftemangel als Herausforderung.

Kanzler Kurz "konkurrenzlos"

Laut Precht braucht es in Zukunft Politiker, die "mutig und strategisch" sind, um den Wandel umsetzen zu können. Er spricht dabei Österreich eine bessere Ausgangsituation zu als Deutschland. Grund dafür ist die Stellung des Bundeskanzlers Sebastian Kurz. "Kurz wird Österreich längere regieren als Fidel Castro Kuba", sagt Precht dazu. "Er ist im Grunde so konkurrenzlos, dass er sehr viel mehr Möglichkeiten hat, langfristige Politik zu machen", erklärt er im Interview.

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea