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Polizei ermittelt wegen Johnson-Partys in der Downing Street

25. Jan. 2022 · Lesedauer 2 min

Mehrere Partys im Amtssitz von Premierminister Boris Johnson und in anderen Regierungsgebäuden rufen jetzt auch die Polizei auf den Plan. Ermittlungen wurden eingeleitet. Dadurch verzögert sich aber auch der mit Spannung erwartete interne Untersuchungsbericht.

In Großbritannien gerät Premierminister Boris Johnson immer stärker unter Druck. Wegen zahlreicher Partys in den vergangenen zwei Jahren, bei denen mutmaßlich Corona-Auflagen missachtet wurden, leitete die Londoner Polizei am Dienstag Ermittlungen ein. Sie könne bestätigen, dass entsprechende Untersuchungen aufgenommen würden, sagte die Chefin von Scotland Yard, Cressida Dick.

Die Regierungsermittlungen zu möglichen Corona-Verstößen liefen weiter, teilte das Kabinett mit, der endgültige Bericht werde sich dadurch jedoch verzögern. Eigentlich war in dieser Woche mit der Veröffentlichung des Berichts der Spitzenbeamtin Sue Gray gerechnet worden. 

Seit Wochen werden immer mehr mutmaßliche Feiern an Johnsons Amtssitz Downing Street 10 und Fehlverhalten von Mitarbeitern während diverser Lockdowns aufgedeckt. Jüngster Anstoß war ein Bericht am Montag, Johnson habe im Juni 2020 seinen Geburtstag mit rund 30 Gästen gefeiert, obwohl größere Zusammenkünfte in geschlossenen Räumen zu dem Zeitpunkt verboten waren.

Johnson entschuldigte sich zuletzt wiederholt für diverse Partys und mögliche Fehleinschätzungen - auch bei Königin Elizabeth. Die Enthüllungen haben die Zustimmungswerte für den Premier und für seine Konservative Partei einbrechen lassen. Dem Premierminister schlägt auch aus den eigenen Reihen immer mehr Gegenwind entgegen.

Eine parteiinterne Revolte konnte Johnson kürzlich abwehren. Es kamen nicht genügend Stimmen zusammen, um innerhalb der Konservativen Partei im Parlament die Misstrauensfrage zu stellen. Doch die Rufe nach einem Rücktritt verhallen nicht. Johnson selbst lehnt einen Rückzug ab.

Quelle: Agenturen