Politikberater Rough: "Statt Blumenstrauß heißt es Abschreckung"

14. Apr. 2022 · Lesedauer 2 min

Der Politikberater Peter Rough meint im PULS 24 Interview, der Westen - besonders Deutschland - sei auf Russland zugegangen und habe abgerüstet. Putin habe sich dadurch ermutigt gefühlt, daher gelte es nun, wieder aufzurüsten, um ihn von weiteren Aggressionen abzuschrecken.

Der Ukraine-Krieg hat die bislang neutralen Staaten Schweden und Finnland zum Umdenken gebracht. Beide Staaten werden sich um die Aufnahme in der NATO bewerben. Russland hat bereits mit Drohungen geantwortet.

Zu militärischen Kampfhandlungen wird es deshalb aber nicht kommen, beruhigt Politikberater Peter Rough vom Hudson Institut in Washington im Gespräch mit PULS 24. Das russische Militär sei durch den Ukraine-Krieg so sehr gebunden, dass es kaum zu weiteren Aggressionen fähig sei.

Russland werde auf den NATO-Beitritt Schwedens und besonders Finnlands sicher mit Provokationen und Propaganda antworten, mehr aber nicht.

"Statt Blumenstrauß heißt es Abschreckung"

Gesprächskanäle zu Putin sollten natürlich offen bleiben, meint Rough. Zugeständnisse seien aber der falsche Weg. Deutschland habe als mittel- und osteuropäische Großmacht seit Jahrzehnten versucht, Russland durch Abrüstung und wirtschaftliche Verflechtung einzubinden.

Putin habe darauf aber mit Aufrüstung und Kriegen reagiert. Nun sei es an der Zeit, klassische Konzepte wie militärische Abschreckung zu reaktivieren. "Statt Blumenstrauß heißt es Abschreckung", so sein Fazit.

Eine Eskalation durch weitere Militärhilfe aus den USA an die Ukraine sieht Rough nicht. Denn: "Die Russen wollen auch keinen 3. Weltkrieg, sie haben jetzt schon Probleme in der Ukraine."

NATO-Mitgliedschaft hat enormen Mehrwert"

Ähnlich wichtig sieht auch der Politikwissenschaftler Gustav Gressel den NATO-Beitritt Schwedens und Finnlands. Die beiden nordischen Länder hätten beobachten können, dass die Militärhilfe von Großbritannien und den USA für die Ukraine sehr viel wirksamer, entschlossener und ausschlaggebender war als jene vom EU-Land Deutschland.

"Die NATO-Mitgliedschaft hat einen enormen Mehrwert gegenüber der EU-Beistandsklausel", urteilt Gressel und so sähen das wohl auch Schweden und Finnland.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos