Plaikner: Medien müssen Fehler "gnadenlos" aufarbeiten

07. Nov. 2022 · Lesedauer 2 min

Die Chat-Affäre rund um Thomas Schmid hat auch die österreichische Medienlandschaft erreicht. Der Politikberater Peter Plaikner erklärt, wie es dazu kommen konnte und wie Medien das Vertrauen der Bevölkerung zurückgewinnen können.

Die Causa Thomas Schmid wirkt sich nicht nur auf die Politik, sondern auch auf die österreichische Medienlandschaft aus. Das zeigen die Auszeiten der beiden Chefredakteure Rainer Nowak ("Presse") und Matthias Schrom ("ORF 2").

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Der Politikberater Peter Plaikner erklärt im PULS 24 Gespräch, dass diese Auszeiten allen Beteiligten eine "Verschnaufpause" geben soll. Die weitere berufliche Zukunft von Schrom und Nowak hänge insbesondere davon ab, "wie sehr die Redaktionen den beiden noch vertrauen".

Forderung nach kritischer Reflexion

Um das nahe Verhältnis zwischen Politik und Medien langfristig zu professionalisieren, schlägt Plaikner eine "tägliche Medienberichterstattung" im Sinne einer "permanenten selbstkritischen Reflexion" vor. Das würde langfristig auch die Medienkompetenz der Bevölkerung verbessern.

Österreich sei besonders anfällig für "Verhaberung", weil das Land und seine Medienlandschaft sehr klein und konzentriert seien, so Plaikner. Mehr als die Hälfte des österreichischen Journalismus finde in Wien statt, "man hat permanent miteinander zu tun", erklärt er weiter. Das sei zwar notwendig, um an Informationen zu kommen, bringe aber auch Probleme mit sich. Redaktionen müssten sich selbst sehr strenge Regeln geben, um ein professionelles Nähe-Distanz-Verhältnis einzuhalten.

Verbesserte Fehlerkultur

Fehler sollen transparent gemacht und so "gnadenlos wie möglich" aufgearbeitet werden, fordert Plaikner. "Wenn Medien oder Journalisten so hartnäckig in der Fehlerverfolgung im eigenen Bereich wären wie sie es bei anderen Institutionen sind, ließe sich viel verbessern", resümiert er.

Quelle: Redaktion / mbe