Das generalsanierte Parlament in WienParlamentsdirektion/Hertha Hurnaus

25 Fakten über das Parlament

21. Jan. 2023 · Lesedauer 3 min

25.000 Besucherinnen und Besucher kamen an den beiden Tagen der offenen Tür in das sanierte Parlament. Das erneuerte Gebäude an der Wiener Ringstraße weckt das Interesse vieler Menschen. Hier finden Sie Zahlen und Fakten über das Parlament, die Sie noch nicht kannten – oder seit der Schule schon wieder vergessen haben.

1. Vor der Renovierung des Parlaments musste das Dach geheizt werden, damit es bei Schnee nicht einstürzte.

2. Wo früher ein unbeheizter Dachboden war, ist nun das neue Restaurant "Kelsen". Eine Beheizung des Daches ist somit nicht mehr nötig.

3. Ein Verlängerter kostet im Restaurant "Kelsen" 3,50 Euro, eine Melange 4,50 Euro.

4. Das renovierte Parlament hat eine Glaskuppel auf dem Dach. Damit fällt erstmals Tageslicht in den Sitzungssaal des Nationalrats.

5. Der Wappenadler von Bildhauer Rudolf Hoflehner im Sitzungssaal wiegt 650 Kilogramm.

6. Alle Parteien stimmten im Juli 2014 für die Sanierung des Parlaments. Im Nationalrat waren damals SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grüne, Team Stronach und Neos.

7. Die temporäre Übersiedlung in den Redoutensaal in der Wiener Hofburg fand im Sommer 2017 statt. Von den Ministern, die damals im Amt waren, ist kein einziger mehr in der Regierung. Der damalige Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) ist heute allerdings Nationalratspräsident.

8. Als maximale Kosten wurden 352,2 Millionen Euro beschlossen, mit 20 Prozent Reserve. Diese wurde auch verwendet.

9. Die Sanierung wird daher mindestens rund 423 Millionen Euro kosten. Der Schlussbetrag wird erst Ende 2023 bekannt. Es könnte noch zwei bis drei Prozent teurer werden.

10. Der vergoldete Bösendorfer-Flügel, den Nationalratspräsident Sobotka anmieten ließ, kostet 3000 Euro im Monat.

11. Die älteste Nationalratsabgeordnete ist 68 Jahre alt, Elisabeth Scheucher-Pichler von der ÖVP.

12. Der jüngste Nationalratsabgeordnete ist 27 Jahre alt, Yannick Shetty von den Neos.

13. Der Frauenanteil lag zu Beginn der Legislaturperiode bei 39,3 Prozent. Im Jahr 1983 waren es noch 9,3 Prozent.

14. Zum Vergleich: Der Frauenanteil im schwedischen Parlament liegt bei 46,7 Prozent. Stand: September 2022.

15. Der Bundesrat hält seine Sitzungen nach der Sanierung künftig im ehemaligen Budgetsaal ab.

16. Der frühere Sitzungssaal des Bundesrates diente in der Monarchie als Vorzimmer.

17. Im Bundesrat ist die Mehrheit von Türkis-Grün mit 31 von 61 Mandaten deutlich knapper als im Nationalrat.

18. Parlamentarier bekommen ihre Fahrtkosten rückerstattet. Abgeordnete aus Vorarlberg, Tirol und Kärnten dürfen auch das Flugzeug nehmen.

19. Bei Flügen wird den Abgeordneten 10 Prozent Selbstbehalt abgezogen, bei anderen Verkehrsmitteln nicht.

20. Im Juni 2007 wurde die Gesetzgebungsperiode von vier auf fünf Jahre verlängert. SPÖ, ÖVP, Grüne und BZÖ stimmten dafür, nur die FPÖ war dagegen.

21. Seitdem hat nur eine Regierung fünf Jahre gehalten - von 2008 bis 2013 die Regierung Faymann I.

22. Ein Nationalratsabgeordneter vertritt rund 49.000 Menschen in Österreich bzw. 34.955 Wahlberechtigte. (Gerechnet für den 9. Juli 2019, den Stichtag der vergangenen Wahl.)

23. Die größte Mehrheit im Nationalrat in der Zweiten Republik hatte die SPÖ im Jahr 1979. Sie hielt 95 von 183 Sitzen.

24. Die Abgeordneten mit den meisten Tagen im Nationalrat sind Josef Cap (SPÖ) und Jakob Auer (ÖVP). Beide saßen 34 Jahre lang im Parlament, von 1983 bis 2017.

25. Die längste Rede im Nationalrat hielt der heutige Vizekanzler Werner Kogler von den Grünen. Er sprach am 16. Dezember 2011 im Budgetausschuss 12 Stunden und 42 Minuten lang. Am Ende der Rede erklärte Kogler: "Das ist eigentlich schon alles, was ich sagen wollte."

Lukas KapellerQuelle: Redaktion