Pilz zu Petrovic: "Muss als Tierschützerin nicht unbedingt einen Vogel haben"

18. Jan. 2022 · Lesedauer 2 min

Die frühere Grünen-Chefin Madeleine Petrovic hat auf der Corona-Demo am Samstag in einer Rede gegen die Impfpflicht gewettert. Peter Pilz, ebenfalls ehemaliger Grünen-Politiker, deutet ihr deshalb nun verbal den Vogel.

Eine Rednerin bei der Demo gegen die Impfpflicht am Samstag in Wien stach nicht nur politisch besonders heraus: Madeleine Petrovic, von 1994 bis 1996 Bundessprecherin der Grünen und von 2002 bis 2015 Landessprecherin der Grünen NÖ, wetterte auf offener Bühne gegen die Impfung.

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In ihrer Rede sprach Petrovic unter anderem davon, dass Vertrauen nur unter den Demoteilnehmern und nicht gegenüber der Regierung bestehe. Denn: "Hier steht niemand, der von der Bill und Melinda Gates Stiftung bezahlt wird" oder von Pfizer bezahlt sei - offenbar im Gegensatz zur Regierung, den Behörden und wohl auch ihrem früheren Arbeitgeber, wie sie andeutete. Schon im November hatte Petrovic "Grußworte" an die Impfgegner-Partei MFG gesendet.

Grüne, Tierschutzverein und Pilz gehen auf Distanz

Der Grüne Parlamentsklub hat sich bereits von der ehemaligen Politikerin und nunmehrigen Tierschützerin distanziert: Sie habe keine Funktion bei den Grünen, ihre Position sei "ausschließlich ihre Privatmeinung". Der Nationalratsklub und alle Grünen Landesparteien würden hinter der Impfpflicht stehen. 

Petrovic ist auch Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins, der ebenfalls festhält, dass es sich um eine Privatmeinung Petrovics handle. Zu Themen abseits des Tierschutzes wolle man sich aber nicht äußern. Anders Petrovics langjähriger Wegbegleiter und ehemaliger Grünen-Politiker Peter Pilz. Der sagt nun im Café-Puls-Interview: Petrovic sei eine "verdiente Tierschützerin". Er glaube aber, dass man als Tierschützerin "nicht unbedingt einen Vogel" haben müsse. 

Pilz betont aber auch, dass es "in den meisten Parlamentsparteien" Corona-Maßnahmen-Gegner gebe - die NEOS seien eine Ausnahme, meint er. Es gebe eine "Anfälligkeit an den Rändern", es sei wichtig, dass es die Ränder bleiben, so Pilz. 

Quelle: Redaktion / koa