Hacker bezeichnet Corona-Kommission als "abenteuerlich"

13. Okt. 2022 · Lesedauer 3 min

Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) kritisierte im Newsroom LIVE den Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) und die Corona-Kommission aufs Schärfste.

Hacker meint "wir" haben gewusst, dass eine Herbst-Welle komme. Die Maßnahmen in Wien haben immer den Sinn gehabt so viel wie möglich in eine "Infektionswelle zu intervenieren" und das verlange die Stadtpartei nun von der Bundesregierung.

Die Herbst-Welle wird Ende Oktober abflachen, doch Österreich stehe im Jänner oder Februar dann vor einer neuen Winter-Welle. Der Gesundheitsstadtrat meint deswegen "je tiefer das Niveau ist, wo wir hineingehen in diese Winter-Welle, je besser die Maßnahmen sind, die man nicht einfach umschalten kann, desto niedriger wird die Gefahr sein."

Neue Varianten am Vormarsch

Derzeit kursiere eine neue Variante, die "sehr sehr steigt" und international würde man auch eine neue Variante beobachten. Darauf müsse man sich laut Hacker vorbereiten. "Versteh nicht ganz, worauf der Minister warten wird, indem er gleichzeitig seinen eigenen noch im Frühjahr groß angekündigten Maßnahmenplan widerspricht", kritisiert Hacker. 

Nicht nur Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) greift der SPÖ-Politiker im Interview an, sondern auch die "abenteuerliche Kommission". Er meint das "Gesundheitsministerium hat monatelang an den Parametern herumgeschraubt in der Corona-Kommission bis irgendwas rauskommt und das haben wir jetzt".

Er begründet die Aussage damit, dass die Kommission inzwischen die Frage, wie viele Menschen mit Corona infiziert seien herausgenommen habe. Auch die wie viel in einem Bundesland getestet werde sowie die Ergebnisse von Abwassertests. 

Hacker meint, er frage sich, wie die Risikobewertung funktioniere, wenn "das Risiko, dass sich die Menschen in diesem Infektionsserie anstecken nicht mehr abgebildet wird". 

Keine einheitliche Zählweise

Als Anchor Thomas Mohr auf die hohen Spitalzahlen von Wien zu sprechen kommt, meint der Gesundheitsstadtrat, es wäre "klar", warum Wien die zweitmeisten Spitalsaufenthalte pro Kopfe habe - weil die "Zählweisen vom Minister nicht geordnet worden sind". Wien melde alle Fälle, sowohl COVID als auch Post-COVID. Es sei nach wie vor nicht geklärt, warum es unterschiedliche Zahlen gibt.

Hacker meint zudem er verstehe "überhaupt nicht", wozu "wir eine Kommission brauchen, die diese unterschiedlichen Dinge nicht mehr auseinanderdröselt und sagt 'Naja, das ist halt so. Schmeißen wir alles in eine Excel-Tabelle rein, rechnen es durch und haben ein Ergebnis' ".

Hacker sagt dazu warnend: "Nur weil man es in eine Excel-Tabelle reinquetscht, ist das noch lange keine ordentliche Untersuchung". 

Astrid PozarekQuelle: Redaktion / poz