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Papst fordert Putin und Selenskyj direkt zum Frieden auf

02. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

Papst Franziskus fordert eine sofortige Waffenruhe in der Ukraine. An die Präsidenten beider Länder gerichtet erklärte der Heilige Vater, sie müssten einen Weg aus der Krise finden. Es sei "absurd", dass die Welt wegen der Ukraine mit einer atomaren Bedrohung konfrontiert sei. An den russischen Präsidenten Wladimir Putin gerichtet sagte Franziskus, dieser solle die "Spirale der Gewalt und des Todes" aus "Liebe für sein eigenes Volk" beenden.

Es war das erste Mal seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine am 24. Februar, dass sich der argentinische Papst in einer Rede direkt an Präsident Putin wandte. Die in den vergangenen Tagen entstandene Situation erhöhe das Risiko einer nuklearen Eskalation und lasse "weltweit unkontrollierbare und katastrophale Folgen befürchten", sagte der Papst.

Der Vatikan unternimmt seit Beginn des Ukraine-Krieges eine Gratwanderung, indem er einerseits den russischen Angriffskrieg in der Ukraine verurteilt, zugleich aber versucht, die Möglichkeit eines Dialogs mit Moskau offen zu halten.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj solle wiederum jedem "ernsthaften Friedensvorschlag" offen gegenüberstehen. Bereits Mitte des Vormonats hatte sich der Pontifex Maximus beim Weltkongress der Religionen in Kasachstan mit einem Friedensappell an die Öffentlichkeit gewandt. "Rechtfertigen wir niemals Gewalt. Lassen wir nicht zu, dass das Heilige vom Profanen instrumentalisiert wird", so sein Appell laut Kathpress an etwa 100 Delegierte aus 50 Ländern, die im Unabhängigkeitspalast der Hauptstadt Nur-Sultan um einen großen runden Tisch versammelt waren.

Nur-Sultan heißt mittlerweile übrigens wieder Astana. Ein entsprechendes Dekret hatte Staatschef Kassym-Schomart Tokajew am 17. September dieses Jahres unterzeichnet.

Quelle: Agenturen