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Papst-Begräbnis: Van der Bellen schickt prominenten Ersatz

04. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

Altbundespräsident Heinz Fischer reist statt des amtierenden Staatsoberhauptes Alexander Van der Bellen zum Benedikt-Begräbnis nach Rom. Der deutsche Kirchenmann und der Agnostiker Fischer trafen einander einst mehrmals.

Viele Staats- und Regierungschef reisen zum Begräbnis des emeritierten deutschen Papstes Benedikt XVI. am Donnerstag in Rom. So haben sich zum Beispiel der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der polnische Präsident Andrzej Duda angekündigt. In Österreich hat Bundespräsident Alexander Van der Bellen sich hingegen entschieden, seinen Vorgänger in die italienische Hauptstadt zu schicken.

Das Staatsoberhaupt habe Altbundespräsident Heinz Fischer gebeten, an den Feierlichkeiten in Rom teilzunehmen, teilte die Präsidentschaftskanzlei am Dienstag mit. Begründet wird das unter anderem damit, dass Fischer während der Amtszeit von Papst Benedikt XVI. amtierender Bundespräsident war und den Vatikan in dieser Zeit auch offiziell besuchte.

Papst Benedikt und Heinz Fischer im Jahr 2007APA/ROBERT JAEGER

Der kürzlich verstorbene Papst Benedikt bei seiner Ankunft in Wien am 7. September 2007 mit Heinz Fischer.

Mehrere Treffen

Fischer war 2006 und 2014 zu offiziellen Besuchen in Rom. Auch der offizielle Österreich-Besuch Benedikts im Jahr 2007 fiel in die Amtszeit des früheren Staatsoberhauptes. Die Österreich-Reise des deutschen Papstes fand im September 2007 zum 850-Jahr-Jubiläum des steirischen Wallfahrtsortes Mariazell statt. Benedikt besuchte auf seiner Reise Wien, Mariazell und das Stift Heiligenkreuz im Wienerwald.

Der ehemalige SPÖ-Politiker Fischer ist katholisch getauft und bezeichnete sich später als Agnostiker. Agnostiker sehen die Existenz oder Nicht-Existenz eines höheren Wesens vereinfacht gesagt indifferent bzw. ungeklärt. Im November 2014 wurde Fischer auch von Papst Franziskus im Vatikan empfangen. 

Seit seinem Rücktritt im Jahr 2013 war Benedikt XVI. nicht mehr Staatsoberhaupt des Vatikans. Laut Mitteilung des Heiligen Stuhls werden daher nur Deutschland und Italien mit offiziellen Delegationen, angeführt von Staatspräsident Sergio Mattarella und Bundespräsident Steinmeier, bei der Trauermesse in Rom vertreten sein. Delegationen anderer Länder könnten auf privater Basis teilnehmen, berichtete die katholische Nachrichtagentur "Kathpress".

Quelle: Agenturen / Redaktion / kap