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Pandemie bringt Rekord bei Kinderbetreuung

04. Jan 2022 · Lesedauer 3 min

Die Pandemie brachte einen Rekord bei der Kinderbetreuung mit sich: 2020/21 verzeichnete man einen Höchststand an institutionell betreuten Kindern. Das geht aus einem Bericht der Uni Wien hervor. Zurückgegangen sind während der Pandemie auch die Zahl der Scheidungen und Eheschließungen.

Bei Kindern unter drei Jahren wird das auch im Zehn-Jahres-Vergleich sichtbar. Die Kinderbetreuungsquote stieg bei ihnen von 19 Prozent im Jahr 2010 auf 29,9 Prozent im Jahr 2020. Um 21 Prozent wuchsen außerdem die Ausgaben für die Familienbeihilfe im Jahr 2020. Die Pandemie ist dabei wiederum ein Faktor - einen Grund für die Erhöhung stellt nämlich die coronabezogene Einmalzahlung des Kinderbonus dar, die 656 Mio. Euro kostete.

Das geht aus dem Bericht "Familien in Zahlen 2021" des Österreichischen Instituts für Familienforschung an der Universität Wien hervor, der sich heuer vor allem mit den Auswirkungen des Coronavirus beschäftigt.

Eheschließungen und Scheidungen zurückgegangen

13,8 Prozent weniger Eheschließungen hat es im Pandemiejahr 2020 im Vergleich zu 2019 gegeben. Paare heirateten nicht nur seltener, sie ließen sich auch weniger oft scheiden - die Gesamtscheidungsrate sank von 40,7 Prozent im Jahr 2019 auf 37,6 Prozent im Jahr 2020.

Der Report zeigt laut Familienministerin Susanne Raab (ÖVP) Trends des Zusammenlebens auf. "Die Ergebnisse helfen uns, unsere Politik bei den Bedürfnissen der Menschen anzusetzen. Besonders im Bereich der Kinderbildung und -betreuung hat sich der Bund erst kürzlich klar dafür ausgesprochen, die Länder mit noch mehr finanziellen Mitteln zu unterstützen, um Kinderbetreuung weiter auszubauen", sagte sie in einer Aussendung.

Mütter werden älter

Der Bericht zeigt außerdem die Trends der letzten Dekade (2010 bis 2020) auf und kommt dabei etwa zu dem Schluss, dass Frauen immer später Kinder bekommen. Lag das durchschnittliche Alter einer Frau bei ihrer ersten Geburt 2010 noch bei 28,5 Jahren, sprang es 2020 mit 30 Jahren auf den bisherigen Höchstwert. Die Eltern der meisten Kinder unter 15 Jahren sind immer noch verheiratet bzw. leben in eingetragenen Partnerschaften - 72,8 Prozent waren es 2010, 71,2 Prozent 2020. Außerdem werden Kinder weniger häufig von Alleinerziehenden aufgezogen - um 7,6 Prozent ging die Anzahl der Alleinerziehenden mit Kindern unter 15 Jahren in den vergangenen zehn Jahren zurück.

Gestiegen ist indes der Anteil aktiv erwerbstätiger 25- bis 49-jähriger Frauen mit Kindern unter 15 Jahren - im Vergleich zu 2010 um 2,5 Prozentpunkte. Allerdings gibt es viel mehr erwerbstätige Väter als Mütter, der Unterschied betrug im Jahr 2020 23,9 Prozentpunkte, im Vergleich zu 27,1 im Jahr 2010. In Teilzeit arbeiten währenddessen immer noch viel mehr Mütter (75,5 Prozent) als Väter (8,3 Prozent). Sowohl bei Müttern als auch bei Vätern stieg die Teilzeitquote allerdings an - bei Ersteren um 4,6, bei Letzteren um 2,7 Prozent.

1,8 Millionen Singles

In Österreich leben laut einer Umfrage von Parship hingegen knapp 1,8 Millionen Singles, was 29 Prozent der Bevölkerung entspricht. Diese Zahl ist in den vergangenen Jahr konstant geblieben, berichtete das Dating-Portal in einer Aussendung.

Die meisten Singles leben in Wien, Salzburg und Niederösterreich. Hier bezeichnete sich bei der Umfrage jeder Dritte als alleinstehend. In Oberösterreich (23 Prozent) und der Steiermark (21 Prozent) waren es hingegen weit weniger. Knapp 80 Prozent der Befragten, umgerechnet mehr als 1,2 Millionen Singles, sehnen sich der Umfrage zufolge nach einer Partnerschaft, auch wenn die meisten betonen, als Single gut zurechtzukommen. Aus Überzeugung waren elf Prozent der weiblichen, aber nur drei Prozent der männlichen Singles allein.

Quelle: Agenturen