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Pakistan flog Luftangriffe auf Militäranlagen in Afghanistan

15. März 2026 · Lesedauer 2 min

Pakistan hat am Sonntag wieder Luftangriffe in Afghanistan geflogen und nach eigenen Angaben Militäranlagen und "Terroristenverstecke" im Süden des Nachbarlands getroffen. Demnach wurden technische Infrastruktur und ein Ausrüstungslager in Kandahar, dem Wohnort von Taliban-Chef Hibatullah Akhundzada zerstört. Das Ziel eines weiteren Angriffs sei ein Tunnel in Kandahar gewesen, der von den afghanischen Taliban und der pakistanischen Taliban-Gruppe TTP genutzt worden sei.

Einwohner von Kandahar sagten der Nachrichtenagentur AFP, sie hätten in der Nacht Kampfflugzeuge gesehen, die in Richtung einer Militäranlage in der Bergen geflogen seien, und Explosionen gehört. Auch aus Spin Boldak südöstlich von Kandahar und aus der Grenzprovinz Chost wurden Angriffe gemeldet.

Der Sprecher der afghanischen Taliban-Regierung, Zabiullah Mujahid, teilte AFP mit, die Angriffe in Kandahar hätten Sachschäden an einer Suchtklinik und einem leeren Container verursacht. Die vom pakistanischen Militär genannten Ziele seien weit davon entfernt.

Pakistans Armee hatte am Freitagabend nach eigenen Angaben in Afghanistan gestartete Drohnen abgefangen. Unter den mindestens drei Zielen der Angriffe war demnach das Hauptquartier der Armee in Rawalpindi in der Nähe der Hauptstadt Islamabad. Das Büro von Präsident Asif Ali Zardari erklärte, die afghanischen Taliban hätten mit Angriffen auf Zivilisten eine "rote Linie überschritten".

Der Konflikt zwischen Pakistan und Afghanistan war Ende Februar erneut eskaliert. Islamabad wirft Kabul vor, bewaffneten extremistischen Gruppen wie der TTP Unterschlupf zu gewähren, die immer wieder Anschläge in Pakistan verüben. Kabul weist das zurück. Nach Angaben der UN-Mission in Afghanistan wurden seit dem 26. Februar mindestens 75 Zivilisten bei Angriffen der pakistanischen Armee getötet.

Bereits im vergangenen Oktober waren bei einwöchigen Kämpfen zwischen Pakistan und Afghanistan im Grenzgebiet mehr als 70 Menschen getötet worden. Die beiden Nachbarländer vereinbarten unter Vermittlung Katars und der Türkei zwar eine Waffenruhe. Sie konnten sich aber in mehreren folgenden Verhandlungsrunden nicht auf eine dauerhafte Vereinbarung einigen.

Zusammenfassung
  • Pakistan hat am Sonntag erneut Luftangriffe auf Militäranlagen und sogenannte Terroristenverstecke im Süden Afghanistans geflogen, wobei technische Infrastruktur und ein Ausrüstungslager in Kandahar zerstört wurden.
  • Die UN-Mission in Afghanistan berichtet seit dem 26. Februar von mindestens 75 getöteten Zivilisten durch Angriffe der pakistanischen Armee, während die Taliban-Regierung Sachschäden an einer Suchtklinik und einem leeren Container meldet.
  • Im Oktober 2023 starben bei einwöchigen Kämpfen zwischen beiden Ländern im Grenzgebiet mehr als 70 Menschen, eine dauerhafte Waffenruhe konnte trotz Vermittlung durch Katar und die Türkei bisher nicht erzielt werden.