APA - Austria Presse Agentur

Oster-Lockdown: Handel u. körpernahe Dienstleistungen zu, Eintrittstests ab 7. April

25. März 2021 · Lesedauer 4 min

Die Landeshauptleute der östlichen Bundesländer haben sich zu neuen Maßnahmen durchgerungen. Aber erst ab 1. April.

Verschärfungen für die Ost-Region sind unabdingbar, da waren sich alle beteiligten Landeshauptleute – Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), Hans Peter Doskozil (SPÖ) und Michael Ludwig (SPÖ) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) nach einem Verhandlungsmarathon am Dienstag einig.

Zu Beginn betonte Anschober die Gefahr der britischen Virus-Variante, die schnellere und öfters auch schwerere Verläufe auslöst. Höchstes Ziel sei es, zu verhinden, dass es zu harten Triagen im Gesundheitssystem kommt. "Kein Politiker könnte es verantworten, wenn ein Patient, der eine Intensivbehandlung benötigt wird, kein Intensivbett mehr zur Verfügung hat", sagte auch der burgenländische Landeshauptmann Doskozil. Tatsächlich hat man es bei den Maßnahmen dann aber doch nicht so eilig. Diese trten erst in einer Woche, ab 1. April in Kraft.

Man hat sich demnach auf folgende Maßnahmen geeinigt:

  • Ganztägige Ausgangsbeschränkungen ab 1. bis 6. April
  • Handel und körpernahe Dienstleistungen von 1. bis 6. April geschlossen
  • Nur Supermärkte, Apotheken, Trafiken, etc. bleiben offen
  • Schulen wechseln nach Osterferien wieder ins Distance Learning
  • Nach Rückkehr in die Schulen PCR-Tests bei Lehrern und Schülern
  • Ab 7. bis vorerst 10. April gibt es Eintrittstests auch im Handel
  • FFP2-Maskenpflicht in geschlossenen Räumen
  • Wöchentliche verpflichtende Betriebstests, wo kein Home-Office möglich ist
  • Home-Office soll, wo möglich, intensiviert werden
  • Strengere Tests an Grenzübergängen, etwa zu Tschechien

Kaltenbrunner analysiert den Oster-Lockdown

PULS 24 Chefredakteur Stefan Kaltenbrunner analysiert bei Anchor Thomas Mohr den Oster-Lockdown für den Osten Österreichs.

Maßnahmen möglicherweise auch für andere Länder

Angesichts steigender Inzidenzen auch in anderen Bundesländern, wollte der Gesundheitsminister nicht ausschließen, dass auch in anderen Regionen Verschärfungen kommen könnten. Sollten die Maßnahmen nicht ausreichen, um die Inzidenzen zu senken und die Spitäler zu entlasten, gebe es "keine Tabus" bei noch strengeren Maßnahmen, sagte etwa Wiens Bürgermeister Ludwig.

Stainer-Hämmerle über das Umdenken der Landeshauptleute

Politikwissenschaftlerin Kathrin Stainer-Hämmerle analysiert das Umdenken der Landeshauptleute beim Lockdown.

Handel fordert Eintrittstests auch in anderen Sparten

Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel, hat sich heute schwer enttäuscht von den geplanten Eintrittstests im nicht lebenswichtigen Handel und den Schließtagen zu Ostern gezeigt. "Das ist ein weiterer Nackenschlag, wir sind ja schon seit 111 Tagen geschlossen. Jeder Tag zusätzlich tut weh", sagte Trefelik zur APA. Er fordert nun einen Eintrittstest für den gesamten Handel, also auch den Lebensmittelsektor.

Dies würde zu einer höheren Testrate führen, von der dann auch die anderen Handelsbranchen profitieren könnten. "Das wäre ein Zeichen der Solidarität", meinte der Handelsobmann Mittwochabend. Er appellierte auch an die Branchen, die offen halten dürfen, sich auf ihr Kernsortiment zu konzentrieren - und nicht auch noch beispielsweise Spielzeug oder Gartengeräte anzubieten, wie das bereits vor einem Jahr für böses Blut in der Branche gesorgt hatte. Schließlich seien nach drei Lockdowns branchenweit die Nerven schon recht angespannt, so Trefelik. Wobei ohnehin noch vieles offen sei, etwa ob der Drogeriehandel auch zwischen Gründonnerstag und 6. April offen bleiben dürfe wie während des ersten Lockdowns.

Kirchen für Oster-Messen geöffnet

Obwohl Ostösterreich über die Osterzeit in den Lockdown geht, dürfen in der Karwoche und in der Osterzeit in den Kirchen Gläubige zu Gottesdiensten zusammenkommen. Die Bischöfe der Diözesen Eisenstadt, St. Pölten und Wien haben allerdings verfügt, dass Messen nur "unter strengsten und mit größter Sorgfalt wahrgenommenen" Präventionsmaßnahmen gefeiert werden dürfen - und zwar so kurz wie möglich und nach Möglichkeit im Freien.

Die drei Bischöfe haben die Pfarrverantwortlichen "eindringlich darauf hingewiesen", dass die Liturgien so kurz wie möglich zu halten seien und wo möglich und sinnvoll Messen im Freien gefeiert werden sollen. Besonders wichtig sei zudem, dass die Gläubigen am Ende jedes Gottesdienstes aufgefordert werden, nicht vor der Kirche noch beieinanderzustehen. Bei den Gottesdiensten gelten (auch im Freien) die allgemeinen Corona-Regeln, also Zwei-Meter-Abstand und FFP2-Masken.

Quelle: Redaktion / moe/hos