APA - Austria Presse Agentur

Orban sagt Reise zum EM-Match ab

23. Juni 2021 · Lesedauer 2 min

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban soll laut Informationen von der dpa doch nicht wie geplant nach München zum EM-Match gegen Deutschland reisen. Er wird laut "Politico" um 19.30 Uhr mit Giorgia Meloni, der Chefin der post-faschistischen Fratelli d'Italia, zu Abend essen.

Wenn am heutigen Mittwoch um 21 Uhr der Anpfiff zum Match von Ungarn gegen Deutschland ertönt, wird Ungarns Staatschef Viktor Orban nicht dabei sein. Er soll sich stattdessen mit Giorgia Meloni treffen. Eine offizielle Bestätigung der Absage Orbans für die München-Reise gibt es laut deutschen Medien noch nicht. 

Laut "Politico" trifft sich Orban am Mittwochabend mit Giorgia Meloni, der Chefin der post-faschistischen Fratelli d'Italia, treffen. Zuvor war von Medien spekuliert worden, dass der Grund für das Ausbleiben Orbans, die Aufregung und Kritik um das Münchner Stadion gewsen sein könnte. Die Stadtregierung wollte es zum Match gegen Ungarn in Regenbogen-Farben erleuchten. Es hätte ein Protest gegen das in Ungarn beschlossene LGBT-feindliche "Anti-Pädophilen-Gesetz" sein sollen, das dem ungarischen Staatsoberhaupt ein besonderes Anliegen ist.

Die UEFA untersagte den Regenbogen-Protest am Dienstag mit der Begründung "eine politisch und religiös neutrale Organisation" zu sein. 

Die UEFA wurde für ihre Entscheidung umgehend kritisiert. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) fand deutliche Worte und will nun auf anderen Wegen eine Botschaft senden. "Ich finde es beschämend, dass die UEFA es uns verbietet, hier in München ein Zeichen für Weltoffenheit, Toleranz, Respekt und Solidarität mit der LGBTQI+-Community zu setzen", sagte er. "Ich bin auch sehr enttäuscht, dass der DFB, trotz der unglaublich deutlichen Positionierung hier in München, in Bayern und auch in der Bundesrepublik nichts erreicht hat oder erreichen wollte." Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Bayern kündigte Protestaktionen an der Arena an. 

14 EU-Länder protestieren, Österreich nicht

Am Dienstag forderten 14 EU-Staaten von der Europäischen Kommission, gegen Ungarns neues Homosexuellen-Gesetz vorzugehen. Österreich hat sich dem Protest nicht angeschlossen. Die Staaten äußerten ihre "tiefe Besorgnis". Das Gesetz diskriminiere LGBTQI-Menschen und verletzte "das Recht auf freie Meinungsäußerung unter dem Vorwand, Kinder zu schützen".

Michael Fiala, Chefredakteur bei "90Minuten.at" zum abgelehnten Antrag der UEFA: "Politik und Fußball kann man nicht trennen"

Hinweis: Der Artikel wurde um 10.05 Uhr um den Hinweis, Orban speist mit Meloni, ergänzt.

Quelle: Redaktion / lam