ÖVP-Khom für Kauf von Flughafen Graz-Anteilen
Khom sprach erst am Ende des Forums, das nach einer Keynote von Ökonom Christian Helmenstein auch eine Podiumsdiskussion geboten hatte. Die Partei-Chefin zog in ihren Worten die politischen Schlüsse: "Man muss Brücken zu unseren Nachbarn und Handelspartnern bauen." Sie wolle keine Festung Steiermark.
Sie machte mehrere Handlungsfelder aus: So müssten die Energiepreise durch eine Energiewende sinken. Es brauche auch einen Industriestrompreis wie in Deutschland, "aber nicht erst 2027". Khom wolle das Sachprogramm Wind beschleunigen und das Sachprogramm Photovoltaik 2026 überarbeiten: "Wir müssen solche Flächen ausweisen, die dann auch tatsächlich genutzt werden." Sie wolle auch mehr Geothermie zulassen und die Netze mehr ausbauen.
Als zweites Handlungsfeld sehe sie die Internationalisierung: Sie wolle den Fokus auf die Kernmärkte Großbritannien, Dubai, Deutschland, Indien und China legen, ohne dabei auch die anderen europäischen "Powerregionen" wie etwa Bayern, Baden-Württemberg oder die Emilia-Romagna außer Acht zu lassen.
Anteile am Flughafen
Khom sprach auch Slowenien an. Erst im Vorjahr hatte es mit dem südlichen Nachbarland wegen der steirischen Landeshymne veritable diplomatische Verstimmungen gegeben: Als Zeichen lud Khom nun den slowenischen Botschafter als Ehrengast für die Opernredoute am Samstag ein. Die Landeshauptmannstellvertreterin wolle auch den Fokus auf Wasserstoff und die Stahlindustrie ("Das ist immer noch ein absoluter Schlüsselzweig in der Steiermark") legen.
Beim Handlungsfeld Infrastruktur sei nicht nur der Ausbau der A9, S36 und S37 wichtig, sondern auch der zweigleisige Ausbau der Strecke Graz-Maribor. Der Neubau des Bosruck-Tunnels sowie die Tauern-Pyhrn/Schober Achse müssten bis 2040 Realität werden. Für Aufsehen sorgte ihre Idee, wonach das Land Steiermark wieder Anteile am Flughafen Graz-Thalerhof erwerben sollte. Der Flughafen müsse ein "Steiermark-Flughafen" werden, ein Business-Flughafen.
Für gezielte Innovationen statt Gießkannenprinzip rief sie den "ersten steirischen Investitionsfonds" ins Leben, der sich an wachsenden Unternehmen beteiligen soll. Er werde gerade ausgearbeitet, wobei das Investitionskapital vom Kapitalmarkt und nicht aus dem Landeshaushalt kommen solle, so ihre Idee. Neben den Fokus auf Künstlicher Intelligenz nannte sie auch den wachsenden Markt im Bereich Sicherheit und Verteidigung. Da sei der Mobilitätscluster ACStyria ein wichtiger Brückenbauer. Sie bekräftigte auch ihren Wunsch, wonach Lehrlinge flexiblere Arbeitszeiten haben sollen - etwa eine Vier-Tages-Woche.
Ökonom empfahl Blick auf Lateinamerika und Indien
Die Keynote hatte Ökonom Helmenstein geboten, der für die österreichische Wirtschaft 2026 "keinen Aufschwung wie früher" in petto hatte. Er sprach von einer "Stabilisierung mit positiven Tendenzen", bei immer noch hoher Inflation. Österreich befinde sich in einer ökonomischen Zeitenwende und nun sei es Zeit für "Mut zu Strukturwandel durch Innovationen".
Konkret empfahl er unter anderem den Bereich Infrastruktur: Für Logistik habe die Steiermark eine ausgezeichnete Lage und bei großen Rechenzentren sehe er ebenfalls großes Potenzial. Gleiches gelte für die Wasserstofftechnologie: "Nutzen Sie dieses Stärkefeld", so sein Appell. Im Bereich der Weltraumtechnologie müsse die Steiermark über den europäischen Tellerrand schauen. Generell sollten steirische Unternehmer bei der Internationalisierung den Blick stärker auf Lateinamerika, Indien, Indonesien und die Türkei legen, so seine Empfehlung.
US-Botschafter als Gast
Ehrengast des Wirtschaftsforums war US-Botschafter Arthur Graham Fisher, der davor auch Termine bei Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) sowie dem Internationalisierungscenter Steiermark hatte. Wirtschaftslandesrat Ehrenhöfer lud ihn zu ein paar Begrüßungsworten auf die Bühne ein. Fisher versicherte, dass die USA weiterhin mit Österreich befreundet und "Langzeitpartner" sei. Das solle auch so bleiben und besonders die wirtschaftlichen Beziehungen sollen weitergeführt werden.
Zusammenfassung
- Die steirische ÖVP plant, dass das Land Steiermark wieder Anteile am Flughafen Graz-Thalerhof übernimmt und diesen zu einem Business-Flughafen entwickelt.
- Ein neuer steirischer Investitionsfonds für wachsende Unternehmen soll geschaffen werden, wobei das Kapital vom Kapitalmarkt und nicht aus dem Landesbudget kommen soll.
- Ökonom Christian Helmenstein prognostiziert für 2026 eine wirtschaftliche Stabilisierung in Österreich mit positiven Tendenzen, aber ohne starken Aufschwung.
