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Österreich hilft Afghanen nach Erdbeben mit sieben Millionen

06. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Die Bundesregierung stellt sieben Millionen Euro aus dem Auslandskatastrophenfonds (AKF) zu Verfügung, um Hilfsorganisationen bei der Versorgung der afghanischen Zivilbevölkerung nach dem verheerenden Erdbeben vom 22. Juni zu unterstützen.

"Durch deren Einsatz und Expertise leisten wir dort Unterstützung, wo diese am dringendsten benötigt wird", teilte Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) am Mittwoch in einer Aussendung mit. Gleichzeitig werde so verhindert, "dass sich Menschen auf die gefährliche Reise in Richtung Europa begeben und Schlepper Profit aus deren Leid schlagen".

Geld geht an Hilfsorganisationen, nicht an die Taliban

Durch die direkte Übermittlung der Gelder an Hilfsorganisationen in Afghanistan und den umliegenden Ländern solle auch ein Missbrauch durch das Taliban-Regime verhindert werden. An das UNO-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) gingen vier Mio. Euro, die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRK) eine Mio. Euro und österreichische Hilfsorganisationen in Afghanistan zwei Mio. Euro.

Noch mehr Tote befürchtet

"Die Situation in Afghanistan ist verheerend", beschrieb Vizekanzler Werner Kogler (Grüne). Mehrere Krisen potenzierten die Not. "Neben Krieg, Pandemie, Hunger und Flucht vor einem diktatorischen Regime, hat nun auch noch ein Erdbeben zahlreiche Todesopfer gefordert und viele Menschen ihrer Häuser beraubt", begründete er die Auszahlung aus dem Auslandskatastrophenfonds. Das Erdbeben vom 22. Juni hatte nach ersten Berichten über 1.000 Todesopfer gefordert. Es werde befürchtet, dass die Zahl weiter steige, so die Bundesregierung.

Demnach sind in Afghanistan zurzeit 24,5 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, darunter fast 13 Millionen Kinder. Zudem befinden sich 19 Millionen Afghanen in einer akuten Ernährungskrise. Die jüngsten Ereignisse verschlimmerten die Situation insbesondere von Frauen und Mädchen, hieß es. "Wir müssen einen humanitären Kollaps verhindern, um ein Überschwappen auf die Region zu vermeiden. Ansonsten droht noch mehr illegale Migration in Richtung der europäischen Grenzen", sagte Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP).

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam