Nulllohnrunde und Gebührenerhöhungen in Wien beschlossen
Zumindest halbwegs im Konsens verlief die Abstimmung zu den Gehältern. Gelten wird die Nulllohnrunde für alle, die ein politisches Mandat innehaben. Im Rathaus wird mit jährlichen Einsparungen von rund 960.000 Euro gerechnet. Sämtliche im Stadtparlament vertretenen Fraktionen stimmten dem Einschnitt zu.
Allerdings äußerten die Grünen Kritik an einer Novelle, die ebenfalls Teil des Tagesordnungspunkts war. Sie betraf eine Dienstrechtsänderung mit Verschärfungen bei der Altersteilzeit. Diese wird etwa von fünf auf drei Jahren reduziert. Die grüne Gesundheitssprecherin Barbara Huemer befürchtete einen "stillen Tod" der Altersteilzeit.
Landtagspräsident Christian Meidlinger (SPÖ) - er ist auch Chef der Gewerkschaft Younion - konterte. Die Umsetzung bei den Beamten werde analog zur Neuregelung für ASVG-Versicherte vollzogen. Wien sei zudem das einzige Bundesland, das eine derartige Möglichkeit anbiete, erläuterte er. Die Maßnahmen würden keine Freude machen, seien aber getrieben von Budgetnotwendigkeiten.
Ausschließlich mit den Stimmen der rot-pinken Regierungskoalition wurde die Ortstaxe erhöht. Sie klettert sukzessive von aktuell 3,2 auf 8 Prozent. Auch bei den diversen heute zur Abstimmung stehenden Gebührenerhöhungen verweigerte die Opposition ihre Zustimmung. Betroffen sind unter anderem zahlreiche Amts- und Kommissionstarife. Angehoben werden weiters auch die Hundeabgabe, Gebühren für Kanal- und Wasseranschlüsse sowie der Wiener Sportförderungsbeitrag.
Budgetbeschluss kommende Woche
Die heutigen Maßnahmen eines umfangreichen Sparpakets. Zu diesem gehören auch Preiserhöhungen bei Öffi-Tarifen oder Einschnitten bei der Mindestsicherung. Die Debatte dazu wird kommende Woche ihren Höhepunkt erleben. Am Dienstag und Mittwoch stehen die Diskussion bzw. der Beschluss des Budgetvoranschlags für 2026 im Gemeinderat auf dem Programm.
Zusammenfassung
- Der Wiener Landtag hat eine Nulllohnrunde für alle Politikerinnen und Politiker beschlossen, die laut Rathaus jährliche Einsparungen von rund 960.000 Euro bringen soll.
- Die Ortstaxe in Wien wird mit den Stimmen der rot-pinken Koalition schrittweise von derzeit 3,2 auf 8 Prozent erhöht, ebenso wie zahlreiche weitere Gebühren wie Amts-, Kommissions-, Hunde- und Anschlussgebühren.
- Die Grünen kritisierten insbesondere die Reduktion der Altersteilzeit von fünf auf drei Jahre, während Landtagspräsident Meidlinger die Maßnahmen mit Budgetnotwendigkeiten begründete.
